Lesen für den Wiederaufbau – Hilfe für ein Flutopfer

+++Hilfeaufruf und unbezahlte Werbung+++

In diesem Artikel geht es um gute Bücher aber in der Hauptsache geht es darum, Hilfe zu leisten und zu unterstützen. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an meine Rezension des Buches „Potsdamer Ganoven“ von Karin Joachim, dass sie unter dem Pseudonym Hanna C. Bergmann geschrieben hat. Meine ausführliche Rezension zu Karins zuletzt erschienenen Buch „Potsdamer Ganoven“ findet ihr HIER. In diesem Artikel findet Ihr auch einen Direktlink zum Buch. Karin hat mir damals ein wunderbares Interview gegeben. Eine gute Chance für Euch, die Autorin ein wenig kennenzulernen.

Ein Zuhause mit Totalschaden

Karin wohnt in Ahrweiler, im sonst so wunderschönen Ahrtal, einer von der Hochwasserkatastrophe brutal betroffenen Region.  Als das Wasser kam, kam es mit Wucht und zerstörte alles, was sich Karin und ihr Mann bisher aufgebaut hatten. Das Haus steht zwar noch, ist aber unbewohnbar und ob sie dort jemals wieder leben können, ihr Zuhause wieder bewohnbar machen können, weiß noch niemand. Die Verwüstungen sind zu groß, der entstandene Schaden zu unüberschaubar. 

Endlich ein Lebenszeichen

Die finanzielle Seite mag man gar nicht beleuchten, da schnürt es einem die Kehle zu. Das Wasser hat alles mit sich gerissen, den Rest hat der Schlamm unter sich begraben. Gestern erst konnte sich Karin auf Facebook zurückmelden. Mir sind tonnenweise Steine vom Herzen gefallen, ich hatte mir große Sorgen gemacht. Sie und ihr Mann sind in der Eifel untergekommen, im Ahrtal gibt es immer noch keinen Strom, kein Handynetz, keine Versorgung. Ein Ende dieses Zustandes ist noch nicht abzusehen. Karin berichtete, wie sie und ihr Mann sich und ihren Border Terrier Gustav, buchstäblich im letzten Moment in Sicherheit bringen konnten.

Sie beschrieb die Verwüstungen: „Es ist eine ganz furchtbare Katstrophe! Unser Haus ist derzeit unbewohnbar. Wir haben alles verloren, sind aber noch in letzter Minute aus dem Haus rausgekommen …… Die Erlebnisse der Nacht kann ich noch immer nicht richtig in Worte fassen. Unsere Stadt und das Ahrtal sind zerstört. Es sieht aus wie nach einem Krieg. Wir haben geschuftet wie die Wahnsinnigen. Die Schlammmassen sind enorm.“

Und weiter schrieb Karin: „So viele von euch fragen, was ihr tun könnt. Das ist wirklich lieb. Aber ich kann es euch gerade gar nicht sagen. Wenn ihr ein wenig Werbung für meine Bücher machen würdet, wäre das eine große Hilfe. Nicht unbedingt für die, die im Ahrtal spielen, das wäre irgendwie komisch, finde ich …… Das würde mir zumindest ein wenig von den finanziellen Sorgen nehmen. 1000 Dank!!!“

#LesengegendieFlut

Ich möchte Euch nun bitten zu helfen. Jedes gekaufte Buch hilft Karin beim Wiederaufbau ihres Lebens. Jeder Buchkauf motiviert Karin, weiter zu machen und jedes verkaufte Buch sichert Karin die Fortführung ihrer Serien.

Karin schreibt wundervolle Bücher. Es sind spannende Krimis, die uns in vergangene Zeiten mitnehmen. Ihre Protagonisten haben Herz und Seele. Was sie erleben ist historisch wasserdicht belegt, denn Karin recherchiert ihre Bücher akribisch. Ihre Bücher sind unterhaltsam, fesselnd geschrieben und man erfährt so unfassbar viel über die sozialen Hintergründe und Lebensumstände, die zu dieser Zeit vorherrschten. 

#BücherfürdenWiederaufbau

Karins Bücher „Großstadtflüstern“ und „Domschattenträume“, erschienen im Gmeiner Verlag, liegen auf meinem Schreibtisch. Eigentlich wollte ich sie ganz normal rezensieren. Eine Rezension schreibe ich normalerweise nur, wenn ich ein Buch auch vollständig gelesen habe. Doch normal ist zurzeit gar nichts. Ich mache eine Ausnahme. Für die gute Qualität von Karins Büchern verbürge ich mich. Wenn ich die Bücher durchgelesen habe schreibe ich sicher noch einmal eine „normale Rezension“, die auch etwas mehr auf den Inhalt eingeht. 

Karin hat in ihrem Facebookpost auch ihre Ahr-Krimiserie erwähnt. Ich entspreche hier ihrem Wunsch und stelle erst einmal keine Direktlinks zu diesen Büchern ein. Ihr findet diese Bücher aber auf Karins Autoren-Seite des Gmeiner Verlages. Im Herbst erscheint der vierte Teil der Ahrserie, spätestens dann werde ich Euch auch diese Bücher vorstellen.

Bevor ich Euch nun die Links zu Karins Büchern einstelle, habe ich noch eine Bitte an Euch. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr eure Reichweite in euren sozialen Medien nutzen würdet und diesen Artikel teilen könntet. Je mehr Bücher wir an den Mann und die Frau bringen, desto leichter wird es Karin fallen, einige der entstandenen Schäden aus eigener Kraft zu beseitigen.

Köln 1927. Hin- und hergerissen zwischen Familie und den glänzenden Verlockungen der Reichshauptstadt fiebert Karolina Offermann ihrer Volljährigkeit entgegen. In Berlin lernt sie berühmte Schauspieler und Regisseure kennen und wähnt sich am Ziel ihrer Träume. Doch als die Polizei den Tod ihrer Mutter neu aufrollt, rückt Karolinas glanzvolles Leben als Filmstar in den Hintergrund. Während die Ermittlungen Unglaubliches zutage bringen, droht sie auch noch die Liebe ihres Lebens zu verlieren …

8 Juli 2020
sofort lieferbar

416 Seiten, 13,5 x 21 cm, Klappenbroschur PremiumBuch 16,– € / E-Book 11,99 €*

ISBN 978-3-8392-2718-3

Ihr könnt das Buch direkt beim Gmeiner Verlag bestellen und zwar HIER

Köln-Marienburg 1926: Karolina Offermann träumt von einer Filmkarriere im fernen Berlin. Doch die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben kollidiert mit den Vorstellungen ihres Vaters. Der Fabrikant hat einen anderen Weg für sie vorgesehen. Allen Hindernissen zum Trotz nimmt sie unentdeckt von ihm Schauspielunterricht. Als er dies erfährt, eskalieren die familiären Konflikte und münden in eine Tragödie. Und der Traum vom Film rückt in immer weitere Ferne.

Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag

5 September 2018
sofort lieferbar

384 Seiten, 13,5 x 21 cm, PaperbackBuch 15,– € / E-Book 6,99 €*

ISBN 978-3-8392-2305-5

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Stars in Gummi-Stiefeln

Die Gartentricks der Prominenten

Dieses unterhaltsam und humorvolle Buch fängt eigentlich mit einem Ende an. Der Autor Frank Gerdes, Society-Reporter, zuhause auf den roten Teppichen im In- und Ausland, fest gebuchter, von manchen Promis gefürchteter Gast auf Galas und Preisverleihungen, wird durch einen Burnout gezwungen seine Karriere zu beenden.

Was jetzt klingt wie eine nicht mehr aufzuhalten Katastrophe, entpuppt sich für den ehemaligen People Journalisten mit einem Terminkalender, so dick wie das Telefonbuch von Berlin, als Chance seine Prioritäten zu überdenken, seine Abläufe neu zu sortieren und so wie es momentan aussieht, ein glücklicheres Leben zu führen. Wie schön, dass er gute Freunde hatte, die schon wussten, wie heilend Gartenarbeit für die Seele sein kann.

Mit den Worten , mach dir mal die Hände schmutzig, schickte keine geringere als Musical-Star Angelika Milster, den rastlosen Journalisten, in den Garten zum Umgraben. Mit jedem Spatenstich, nimmt Frank Gerdes uns mit auf seine schillernd, bunte Reise zu seinem neuen, entspannterem Ich. Ehrlich und humorvoll schildert er, welche Klippen er umschiffen musste, berichtet von Erfolgen und Stolpersteinen und über die Gärten von Showgrößen wie Jutta Speidel, Marlène Charell und Dagmar Koller … ein Stück vom alten Leben ist also geblieben.

Alles zusammengenommen, ergibt dieses Buch eine wilde Mischung aus soliden Gartentipps, einer erstaunlichen und mutmachenden Lebensgeschichte und Klatsch. Ich sage es mal so, wenn ihr wie ich zu den Leuten gehört, die im Wartezimmer beim Arzt gerne mal in den Klatschblättern stöbern, dann ist dieses Buch für Euch geschrieben worden. Ich habe es verschlungen.

Der Autor

Frank Gerdes, Jahrgang 1971, wuchs in Emden in Ostfriesland auf. Frank und ich kennen uns schon sehr lange. Wir waren vor mehr als 20 Jahren zusammen in der Crew 11 der Springer Journalistenschule und haben uns mit viel Energie und Humor durch das Volontariat gekämpft. Und wie es oft nach dem Abschluss einer Ausbildung ist, gingen wir danach unserer Wege. 

Als Reporter arbeitete er für die GALA, Bunte und SuperIllu. Für die Berliner B.Z. verfasste er eine tägliche Klatsch-Kolumne, für „Das neue Blatt“ und „Das Neue“ schnüffelte er als Chefreporter im Privatleben von Stars und Sternchen und berichtete ausführlich über das Leben in königlichen Palästen. Vor einigen Jahren stieg er aus dem Promizirkus aus und bloggt seitdem über sein neues Leben als Gartenfan und Medienberater in seinem Bookazine Franks kleiner Garten. Sein neues Projekt heißt Stengel & Strauch, Franks kleiner GartenPodcast und da arbeiten wir zwei jetzt zusammen und sabbeln über unsere gemeinsame Leidenschaft, den Garten.

Foto: frankskleinergarten.de

Interview mit Frank Gerdes:

Taufrisch war gestern: Angenommen, ein Fernsehsender würde Dir 30 Minuten Sendezeit schenken. Was würden wir von Dir dort zu sehen bekommen?

Auf alle Fälle meinen Garten. Der Garten ist mir ungemein wichtig. Er hat mir durch die schlimmste Zeit in meinem Leben geholfen. Ich hatte ein Burnout. Ohne den Garten hätte ich das sicherlich nicht so einfach überstanden. Du weisst ja, dass schon die Ärzte im alten Ägypten psychisch Kranken Gartenarbeit verordnet haben. Auch die wussten: Ein Garten – egal wie groß – hat heilende Kräfte. Außerdem bin ich mittlerweile mächtig stolz auf meinen kleinen Garten. Ich finde, er wird von  Jahr zu Jahr schöner. Gerade lege ich zwei neue große Beete an, eine zusätzliche Terrasse ist just fertig geworden und 200 Buchsbäumchen warten nun darauf als Beetumrandung gesetzt zu werden. Von den Rosen, Dahlien, Hortensien, Funkien, Clematis und den Astilben, die gerade in den Startlöchern stehen und bald gepflanzt werden, will ich erst gar nicht anfangen.

Taufrisch war gestern: Welche Rolle spielt Dein Golden Retriever Bruno in Deinem Leben?

Irgendwer hat mir mal erzählt, dass ein Golden Retriever einen mindestens einmal am Tag zum Lachen bringt. Und es stimmt. Bruno schafft das. Ob das nun morgens ist, wenn er mich mit einem liebevollen Stubser weckt oder abends, wenn er mit mir auf dem Sofa kuschelt oder schnarchend zu meinen Füßen schläft. Macht mich etwas wütend oder regt mich auf, ist Bruno sofort mit seinem Stofftier im Maul zur Stelle, um mich wieder auf zu heitern. Ist Bruno der Meinung, ich benötige dringend frische Luft, lockt er mich mit seinem typischen Golden Retriever-Lächeln aus dem Arbeitszimmer hinaus in den Garten oder zu einem längeren „Power Walking“ in den Wald hinter meinem Haus.  Ein Leben ohne Bruno ist zwar möglich, aber ich kann’s mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen.

Taufrisch war gestern: „Wertschätzung“ ist zurzeit in den Medien ein häufig zitierter Begriff. Wie würdest Du diesen Begriff definieren?

Meiner Meinung nach hat „Wertschätzung“ sehr viel mit Respekt zu tun – Respekt, dem anderen Menschen gegenüber, aber auch den Tieren, den Pflanzen, der Natur insgesamt. Wir sollten lernen auch die Dinge wieder wert zu schätzen. Zu viel wird heute zu schnell weggeschmissen, dabei kann man es sehr gut weiter verwenden. Ich erlebe das oft im Garten: Die Plastiktöpfe in denen die Pflanzen stecken, die ich gerade gekauft habe, landen bei mir nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verwertet. Immerhin ziehe ich mittlerweile viele Pflanzen selber und dafür kann man diese Töpfe sehr gut gebrauchen. Oder die alten Salongardinen aus dem Haus meiner Eltern. Die hänge ich im Sommer über meinen Kirschbaum. Die halten nun die Vögel von den Früchten fern. Ich fälle auch nicht einfach einen Baum, nur weil er mir zu groß geworden ist oder mir nicht mehr gefällt. Und muss doch mal einer weg, dann schneide ich mir zwei oder drei Triebe heraus, aus denen ich Setzling ziehe und so neue Bäume werden. Oder Unser Weihnachtsbaum. Der wird nach dem Fest auch nicht einfach von der Müllabfuhr abgeholt. Der wird im Garten weiter verwertet: Zuerst schnippel ich die Zweige ab. Das Reisig dient dann meinen Rosen als Winterschutz. Der Stamm wird anschließend in Stücke gesägt und an kalten Tagen im Ofen verfeuert. Ist der Winter vorbei, werden die Tannenzweige schließlich gehäckselt und landen als Mulch unter meiner Rotbuchenhecke.  Das nenne ich „Wertschätzung“.

Taufrisch war gestern: Wie möchtest Du leben, wenn Du 80 Jahre jung bist?

Am liebsten gesund. Wie wichtig Gesundheit ist, erfahren wir doch gerade in dieser unwirklichen Zeit. Also würde ich dann gerne gesund mit meinem ebenfalls gesunden Mann auf unserer Terrasse sitzen und während ich die aktuellen Nachrichten oder ein gutes Buch lese, mit ihm zusammen bei schönstem Sonnenschein eine tolle Kanne Ostfriesentee trinken. 

Taufrisch war gestern: Lieber Frank, eine von vielen Eigenschaften, die ich an Dir schätze ist, dass Du immer gerade raus sagst, was Du denkst. Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen?

Eigentlich ist es in der Hauptsache das direkte, ehrliche, offene. Ich mag keine Intrigen, kein Gerede hinterm Rücken des anderen oder diese beleidigten und schmollenden Leberwürste. Fürchterlich. Nein, ich schätze die direkte, offene Auseinandersetzung mit klaren Worten. Da kann’s auch gerne mal so richtig knallen. Danach ist die Luft aber wieder gereinigt, das Problem vom Tisch. Dann ist alles wieder gut. Das ist natürlich nix für nachtragende Menschen. Aber so einer bin ich ja nicht. Vielleicht ist das einer der Gründe, weswegen ich vor allem so gut mit Chefredakteuren wie Patricia Riekel, Franz Josef Wagner, Jochen Wolff oder Florian von Heintze klar gekommen bin. Alle samt nicht die einfachsten Menschen. Die haben nicht lange gefackelt. Die haben Dir ziemlich fix und unverblümt gesagt, was sie nicht gut finden. Naja, da ich mir nie die Butter vom Brot nehmen ließ, gab’s natürlich auch Kontra. So konnte es schon mal richtig laut werden. Aber letztlich saßen wir später zusammen und haben einen Wein oder ein Bier zusammen getrunken. Keiner hat’s persönlich genommen. Ich schon gar nicht. Es ging schließlich immer nur um die Sache – also den Artikel, die Reportage oder das Interview. Aber ich habe es auch anders erlebt: Mobbing von Oben. Hintenrum. Ganz mies. Da konntest Du nix machen, weil die entsprechende Chefredakteurin nicht alleine agierte, sondern noch Helfer hatte. Das war nicht schön. Ne, wirklich nicht. Darum noch einmal: Das offene, direkte und ehrliche Wort steht bei mir ganz hoch im Kurs. Immer noch. Nach all den Jahren und den schlechten Erfahrungen um so mehr.

Taufrisch war gestern: Kannst Du gut verzeihen?

Im Großen und Ganzen bin ich überhaupt nicht nachtragend. Wie schnell ich verzeihe, hängt allerdings ganz davon ab, was man mir, meinem Mann oder Bruno angetan hat. In den meisten Fällen verpufft meine Wut nach einer Entschuldigung ziemlich fix. Allerdings muss ich zugeben: Es gibt da so zwei oder drei Menschen aus meiner Vergangenheit, die sollten mir heute besser nicht über den Weg laufen. Auch wenn das Leben eigentlich zu kurz ist, um lange wütend zu sein, mit diesen Personen hätte noch einiges zu klären. Schuld daran ist vor allem mein Sinn für Gerechtigkeit. Ich mag eben kein Mobbing, keine Lügen und keine Intrigen. 

Taufrisch war gestern: Eine Frage muss ich Dir, dem ehemaligen Klatschreporter natürlich stellen. Könntest Du dir vorstellen, wieder einmal Promi-Interviews auf dem roten Teppich zu führen?

Nein, diese Zeit ist für mich definitiv vorbei. Auch wenn’s damals spannend und sehr aufregend war. Ich bin mittlerweile einfach zu alt für diesen Zirkus. Natürlich erinnere ich mich gerne daran. Immerhin durfte ich mit der Queen zu Abend essen, tanzte auf der Hochzeit von Fürst Albert und seiner Charlene, lernte hochrangige Politiker kennen oder trank mit Hollywoodstars auf den Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin. Das war wirklich ein buntes Leben. Heute ist das in diesem Stil nur noch für ganz wenige Reporter möglich. Die Verlage sind einfach nicht mehr bereit das zu bezahlen. Nein, auf dem roten Teppich arbeiten, kann ich mir wirklich nicht mehr vorstellen. Was ich mir aber noch vorstellen könnte, dass wären tolle Reportagen oder Interviews. Exklusiv. Privat. Vielleicht über und in den Gärten der Stars?

Taufrisch war gestern: Frank ich danke Dir für das Interview, wir sehen uns ja bald in meinem kleinen Chaos-Garten für unsere nächste Podcastfolge.

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege vonTaufrisch war gestern und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

Gärtnern Frauen anders als Männer?

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Sind Frauen Garten-Tüddeltrinen, die nicht genug Trödel, Zinkeimer oder andere Dekoteile im Garten haben können? Oder sind Männer Grobmotoriker, die nur so etwas wie Gartenglück empfinden können, wenn sie großes Gerät durch Hecken und Beetflächen fräsen lassen können?

Mein Kollege Frank Gerdes und ich haben mal über die Aufgabenverteilungen der Geschlechter bei der Gartenarbeit diskutiert. Gibt es sie wirklich oder sind unsere Gärten die zurzeit einzig waren Räume für echte Gleichberechtigung.

Omas vergessene Gartentipps

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Als Frank und ich uns neulich auf einen Kaffee getroffen haben, waren wir mal ganz nostalgisch. Wir kommen beide aus Familien, bei denen Gartenarbeit zum täglichen Leben gehörte. Also haben wir mal unsere Familiengeheimnisse ausgetauscht. Dabei geht es um Kaffeesatz, Zitronenschalen, Brennnesseln und abgelegte Nylonstrümpfe.

Das klingt nach Hexenküche, meint Ihr? Da liegt Ihr gar nicht so falsch. Lasst Euch mal von unseren Rezepten für einen gesunden und üppig blühenden garten überraschen.

Kuhfladen an jungem Grün, naturaromatisiert mit essbaren Blüten

Berg und Tal Report 5

Für den letzten Rest „Creme de Kuhpups“, reichten dann ausgiebige Wasser-Spiele.

In meinem heutigen Reisebericht aus dem Jodel-la-la-Land, melde ich mich von der Alm, einem in sich geschlossenen Mikrokosmos, mit eigenen Hygieneregeln und viel Herzenswärme. Unser krachledernes Nachbarland hat schon was zu bieten … ja, ja, Schatz, ich weiß Du bist ein Steirer, es ist Heimat … Nur soviel vorab, dort habe ich einen ganz anderen Umgang mit Rohstoffen kennengelernt.

Deshalb kann ich wohl behaupten, dass das Land meiner Schwiegerleute, ein Ort ist, der einen auf Trapp hält und dafür sorgt, dass es niemals langweilig wird … ein Ort, der einen mit dem Duft der nackten Natur umschmeichelt und einem so die Freudentränen in die Augen treibt. Finley zieht es immer noch in Erwägung, sich eine kleine Alm anzuschaffen. Allerdings müssen Kühe, Ziegen und andere Benutzer eine Stickstoffabgabe zahlen … aus Gründen … Die Steiermark sei, so Finley als Altersruhesitz mit Rentenzubrot durchaus geeignet, solange die Sternchen nur am Himmel stehen und nicht auf Bauchhöhe Stress verbreiten würden. Natürlich kann ich nicht einen ganzen Sommerurlaub in einem Blogbeitrag zusammenfassen, deshalb müsst Ihr jetzt ganz stark sein, es erwarten Euch noch ein paar Folgen.

A guades Mittogeissn

Übersetzung: Ein gutes Mittagessen

Lebensmittel, Kochen und Essen, spielt in Österreich und meiner österreichischen Familie eine große Rolle. Das Prädikat „Gutes Essen“ wird nicht einfach so verteilt, egal ob es sich um ein privates Essen handelt oder um ein Menu im Restaurant. Hat man mal ein Lokal gefunden, wo es allen geschmeckt hat, kehrt man dort immer wieder ein.  Denn in dieser Hinsicht und das hat er mit dem Hanseaten gemein, ist der Steirer kompromisslos treu.

Deshalb ist es bei uns zur norddeutschsteirischen Tradition geworden die Karlhütte am Etrachsee anzusteuern, wenn wir unsere Verwandten in Murau besuchen. Unsere Tante kannte schon den alten Karl, den Gründer des Restaurants und hatte als Gast inzwischen schon zwei Generationswechsel mitgemacht. Deshalb war die Einkehr dort auch immer ein wenig wie ein Besuch bei Freunden.

Was mog des Hundiii

Übersetzung: Was darf es für den Hund sein

Was unsere Stippvisiten für mich dort zu einer runden Sache machte war, dass der junge Karl und seine Belegschaft sehr große Tierfreunde waren. Finley und alle anderen Tiere sind dort herzlich willkommen. Bevor noch die Bestellung aufgenommen wurde, stand schon ein Hundenapf mit frischem Wasser vor meinem Hund und ob im Vorbeigehen oder beim Streicheln und Loben „mei bist du a schöner Bua“ verschwanden etliche Leckerchen im Schlund meines Hundes. 

Wir menschlichen Gäste wurden aber genauso verwöhnt. Der junge Karl und seine Frau waren Parade-Gastronomen, wie aus steirischer Lärche geschnitzt. Jeder kleine Sonderwunsch ihrer Gäste wurde, wenn es möglich zu machen war, mit einem freundlichen „joa, aber sicher“ erfüllt. Ich orderte dort jedes Mal das wohl beste Wiener Schnitzel, dass man in der Steiermark bekommen konnte. Die Panade gelbkross ausgebraten aber nicht trocken, dass Kalbfleisch schön flachgeklopft und unglaublich zart. Im Zusammenspiel mit dem selbstgemachten Preiselbeeren Kompott öffnete sich das Tor zum kulinarischen Himmel, bei jedem Bissen ein kleines Stückchen mehr. 

Die Umgebung dort war ein Traum. Saftiger, grüner Rasen auf dem Kühe weideten, ohne abgrenzenden Zaun, ganz ruhig und ohne die Gäste zu erschrecken. Irgendwo in der Ferne hörte man ab und an das dumpfe Moll der Kuhglocken erklingen. Menschen, Kühe, Hunde, Katzen, alle in einem friedlichen Miteinander an demselben Platz. In diesen Höhen wehte immer ein leichter Wind. Bei den diesjährigen Sommertemperaturen eine Wohltat. Er trug den leichten Duft von Kiefernnadeln zu unseren Tischen. Das war Balsam für meine Städterseele, hier konnte man Kraft tanken. Und Finley lag derweil neben dem großen Holztisch und folgte den Kühen mit den Augen. Von seinem Jagdtrieb war nichts zu merken. Hach….

Dafrurn san schau vü, dastunga nu kana

Übersetzung: Erfroren sind schon einige, erstunken noch keiner

Nach dem Essen ging es dann über die grünen Wiesen um den See herum. Wir durften Finley von der Leine lassen. Es machte einfach Spaß ihm zuzusehen, wie er da ausgelassen über die Wiese tollte, ohoh…. neeeein!!! Das hatten wir nun von dieser Entspannungsarie. Ich war wohl nicht aufmerksam genug gewesen und hatte es nicht kommen sehen. Finley peilte zielgerichtet den nächsten auf der Wiese abgeflatschten Kuhfladen an. 

Ich gab wirklich alles: „Hierher! Stooooop!! Doppelpfiff!!! HUHUUUHHH!!! WageesnichtDudickköpfigerBlubberko…*++**#*#**!“

Nichts was wir einmal eingeübt hatten, konnte ihn noch stoppen. Als er da so trügerisch ruhig bei uns am Tisch gelegen hatte, hatte der Banause die Kühe wohl beim Absetzen beobachtet. 

Als echter Retriever hatte er die Fallorte der Kuhfladen markiert und auf seine Chance gelauert.

Ois hoib so wüd

Übersetzung: Alles halb so wild

Ich musste hilflos zusehen, wie sich mein frisch getrimmter Hund mit Wonne und Anlauf in einen dieser Kuhfladen schmiss und sich in der grünlichen Masse drehte, wie ein Rollbraten im Gemüsefond. Und damit hier jedem das Ausmaß des Geschehens klar wird, wir reden über Kuhfladen von geschätzt 1,50 m Durchmesser und einem Fassungsvermögen von gefühlt etwa 25 Litern Öddelflüssigkeit, mit einem Sprenkelradius um die drei Meter. Mindestens! Warum auch nicht, schließlich kamen sie ja von steirischen Kühen. 

Nachdem Finley sein Tagewerk erledigt hatte, sah er ein bisschen aus wie der ockergrüne Yediritter Yoda aus Starwars. Von nun an war die olfaktorische Macht mit ihm. Hätte er irgendwelche territorialen Ansprüche an die Alpenrepublik gestellt, glaubt mir, er hätte sich durchgesetzt. Nur kämpfen er nicht musste, weil zum Himmel er stank …. *würg

Glei spüt’s Granada auf da Gummigeign

Übersetzung: Das sieht nach Ärger aus

Panik kroch in mir hoch, ich schickte ein Stoßgebet zum Himmel. „BITTE, NICHT SCHÜTTELN. Wir werden alle sterben ….“, dachte ich. Die Vorstellung, dass meine Familie nach unserem Ausflug aussehen könnte, wie ein Rudel Dalmatiner, hatte in diesem Moment wenig positive Aspekte für mich. Nun ich wurde erhört, er schüttelte sich nicht. Danke, Schutzengel.

Gott sei Dank lag der Etrachsee, mit seinem klaren Wasser ja in Sehweite und es gelang mir, Finley mit einem fachgerechten „braves Hundi, geh planschen“ von uns weg, ins kühle Nass zu dirigieren. Sobald er das Wasser erblickt hatte, darum musste man ihn da nie lange bitten, sprang mein Yoda in die Fluten. 

Eine meiner Töchter, die Motte, hat sich dann erbarmt und ist hinterher gegangen und hat ihn gewaschen. Finley genoss die massierenden Bewegungen sichtlich, meine Motte offensichtlich nicht. Sie rümpfte die Nase und sagte: „Also echt, wenn der nachher auch noch so stinkt, setze ich mich nicht ins Auto. Nicht cool Finley, nicht cool…“.

Während ich derweil versuchte, den Kuhpups aus Finleys geflochtenem Fettlederhalsband zu waschen, beobachtete ich, wie sich um meine beiden eine gigantische, grüne Lache bildete. Ja, Scheiße treibt oben. Von weitem konnte man den Komplex für Entengrütze halten. Auch wenn das in diesem See, für Ortskenner ein wenig ungewöhnlich wäre. 

Ich liebe diesen See. Die ruhige Wasseroberfläche vermittelt einem das Gefühl von Ruhe und Frieden.  Dieses Gefühl wird ab und an von einer Entenfamilie unterbrochen, die ihren Küken das Schwimmen beibringt. Je nachdem, wie gerade das Sonnenlicht einfällt, funkelt das Wasser in tiefen bläulichen oder grünen Aquatönen. Es ist so klar, dass man auch noch dort, wo es tiefer wird, auf den Grund schauen kann. Eigentlich …

Noch was da gustat, kannst da net grausen

Übersetzung: Es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird

An diesem Tag allerdings, konnte man beobachten wie eine riesige Lache aus Kuhpupslake langsam aber zielgerichtet auf den Teil des Sees zutrieb, in dem der junge Karl seine Forellenzucht betrieb. „Forelle Müllerin Art“ war nämlich eine der Spezialitäten meines Lieblingslokals, für die sie über alle Ortsgrenzen hinaus berühmt waren. Die Gäste konnten sich ihre Forelle in einem Auffangbecken aussuchen. Die wurde dann gefischt und zur Verarbeitung in die Küche gebracht. Frischer konnte man Forelle nicht zubereiten, als so.

Wir haben unseren – aus Gründen – sehr ausgedehnten Spaziergang um den See dann trotzdem noch sehr genossen. Finley musste allerdings an der Schleppleine bleiben. Ein Schlammbad am Tag musste reichen. Die Tante und unser Cousin sammelten unterwegs ein paar Pfifferlinge, für das Mittagessen am kommenden Tag.

Am Auto angekommen war Finley durchgetrocknet und wir fuhren los. Durch unser Fahrzeug waberte ein leichtes Bouquet von „Eau de Kuhfladè No 5“.  Zum Mindesthaltbarkeitsdatum des Kuhfladen-Aromas, sei kurz angemerkt – es dauert einen Sommerurlaub lang … mindestens.

Anmerkung der Redaktion:

In dieser Folge wurde kein Name verändert, meine Motte heißt zwar nicht Motte, möchte Ihren Klarnamen aber gerne für sich behalten, weil die Mama oft „soooo peinlich“ ist.  Ferner wurde keine Begebenheit verfälscht oder übertrieben. Es ist alles genauso passiert. Leute das ist Finleys geheimes, steirisches Leben. Wenn er damit klarkommt, schafft Ihr das auch. Eine Anmerkung noch zu den Forellen … es geht ihnen den Umständen entsprechend gut, sagt der junge Karl. Etwaige Unstimmigkeiten haben wir durch eine großzügige Spende an den örtlichen Forellenzuchtverein, „So silbrig glänzen eure Schuppen“, ausräumen können. Von den vorgearbeiteten 100 Sozialstunden sind vom letzten Mal noch ein paar übrig geblieben, die hält Finley sich auf der Hinterhand. Bei Nachfragen wendet Ihr euch am besten an seinen Bewährungshelfer.

Und an meine liebe Familie: Ihr wisst, ich meine es nicht böse, ich will nur spielen… Ich schreibe das nur schon mal vorsorglich für die noch folgenden Teile der Urlaubsgeschichten.

Demnächst hier auf diesem Blog: Gern hätt‘ er die Frauen geküsst … Sternchen im Ausnahmezustand … Berg und Tal Report 6

Wer die ersten Teile meines Berg und Tal Reports versäumt hat und Lust hat, mehr zu lesen, findet die ersten zwei Teile hier. Klickt einfach auf die folgenden Überschriften:

Sternchen … Erlebnisurlaub in der Steiermark

Vom Anti-Mobilisten zum Kilometerfresser … Berg und Tal Report 1

Einmal Pizza ohne Hund, bitte … Berg und Tal Report 2

Himmel, Donner, Hagelsturm … Berg und Tal Report 3

Holadriiiööö, Heidifeeling, herrliche Ruhe … Berg und Tal Report 4

Das Ding mit den Bienchen und den Blümchen

Interview mit Imkerinnen in der neuen Podcastfolge auf Stengel &Strauch

Der Frank hat sich mit zwei Imkerinnen aus seiner Nachbarschaft unterhalten und dabei haben sie nicht nur leckeren Honig, sondern der Frank auch ein paar sehr interessante Informationen aus den Beiden „herausgeschleudert“.

Ich jedenfalls muss wohl einmal mein persönliches Verhältnis zu Buchsbaum überdenken. Statusentwicklung ist im Moment so, ich … wie soll ich’s sagen … finde ihn doof … er nervt irgendwie … nimmt meinen Blühpflanzen den Platz weg … ich schäme mich ein bisschen … okay, einen kann ich ja auch mal pflanzen … angeblich blüht er, sagen die Imkerinnen … aber dann schneide ich ihn in Form … ein Plan reift …

Viel Spaß beim Zuhören.

#allesdichtmachen … Seid Ihr Noch Ganz Dicht?

#zuvielsendungsbewußtseinmeinelieben

Kunst ist wichtig, sie darf fast alles und ist zurecht gesetzlich durch die Meinungsfreiheit geschützt. Satire als Kunstform hat in Deutschland eine lange Tradition. Satire ist wichtig, sie darf angreifen, auch die Mächtigen, die Medien, die Regierung. Sie darf kritisch und hart sein. Manchmal ist sie auch schmerzhaft. 

Satire sollte aber auch Augenmaß beweisen können. Und das haben die 50 Schauspieler, die sich für die Aktion #allesdichtmachen zusammengefunden haben, tja wie soll ich es ausdrücken … nicht bedacht … nicht gewusst … nicht gekonnt … nicht gewollt … 

Es ist auch nicht so wichtig, wie dieser Satz endet, denn jede Variante ist für sich gesehen einfach, nochmal tja, wie soll ich es ausdrücken … peinlich … unmöglich … traurig … ignorant … narzistisch … verantwortungslos … oder alles zusammen?

#achtzigtausendtoteihrspacken

In 53 kurzen Videos schütteten diese Schauspieler Ihren ätzenden Spott über dem Großteil der Bürger aus, die bereit sind für eine gewisse Zeit ihr Ego an die Seite zu stellen, um zu tun, was getan werden MUSS, damit sich die Situation in der Pandemie für ALLE verbessern kann. Masken tragen, Hygieneregeln, Abstand halten, Kontakte einschränken, alles überflüssig, wenn man ihnen Glauben schenken würde. Und dass, obwohl es Fakt ist, dass seit Beginn der Pandemie bis heute, 80.000 Menschen an diesem schrecklichen Virus gestorben sind. 

Haben diese abgehobenen Ego-Video-Shooter sich eigentlich mal gefragt, wie sich die Angehörigen, Mütter, Väter, Kinder und Enkel dieser Toten fühlen müssen, wenn sie sich diesen gequirlten Mist ansehen. Das sind Menschen, die mit der harten Realität konfrontiert gewesen sind, die ihren Vätern, Mütter oder Kindern beim Sterben nicht zur Seite stehen durften und sich nicht richtig verabschieden konnten.  

#zweituetenatmungbringtnix

Keine Drehbuch-Märchen, ihr Künstler, das sind grausame Verluste, mit deren seelischen Auswirkungen die Hinterbliebenen bis heute zu kämpfen haben. Glauben Sie, Richy Müller wirklich, dass es hilfreich oder unterhaltsam ist für Menschen, die ihre Verwandten am Beatmungsgerät haben sterben sehen, wenn Sie öffentlich in zwei Plastiktüten atmen und die Zwei-Tüten-Atmung propagieren?

#haeuslichegewaltistreal 

Es ist geradezu blanker Hohn, wenn Tatort-Kommissar Felix Klare (Video inzwischen zurückgezogen) erzählt, dass er seine vier Kinder, gäben sie Widerworte, auch schon mal übers Knie legen würde. „Natürlich“ habe unsere Regierung ihn zu diesem Verhalten inspiriert. Oder Schauspieler José Barros (Video inzwischen zurückgezogen) eine Anleitung herausgibt, wie man seine Kinder besser verprügeln kann. Mit Gegenständen zuzuschlagen sei so viel unpersönlicher. Sind diese Schauspieler eigentlich wirklich so desinformiert, dass sie nicht wissen, dass genau das der Alltag für viele Kinder und Jugendliche ist? Was, um Himmels Willen, löst so ein Video in einem Kind aus, dass zuhause täglich roher Gewalt ausgesetzt ist … ich möchte es mir gar nicht vorstellen.

#solldaseinwitzsein

Die besondere Sorge der selbsternannten Demokratiewächter, ist der von ihnen heraufbeschworene Verlust der Meinungsfreiheit. Die Regierung entmündige uns Bürger, uns Frauen besonders, wenn man den schillerlockenähnlichen Hirnwindungen von Nina Proll folgen wollte. Will ich aber nicht, weil es Blödsinn ist, was die Frau da quatscht. Meine Realität sieht anders aus. Ulrike Folkerts Einlassung, „Mehr Maßnahmen gibt mehr Meer“, kommt zwar sehr nah an einen Ringelnatz heran, sollte aber auch nicht als Kunst durchgehen … auch nicht als Satire, oder habt ihr gelacht? Inzwischen ist das wohl auch Ulrike Folkerts aufgefallen, sie hat Ihr Video inzwischen entfernen lassen.

#wohlstandsprotestlinge

Es sind keine Nonames, die sich da gerade hervortun, es ist die Hautvolé der Fernsehbranche. Leute wie Jan Josef Liefers, Wotan Wilke Möhring, Ulrich Tukur, Martin Brambach, Meret Becker und Ulrike Folkerts, alle fest engagierte, von öffentlichen Sendern bezahlte Tatort-Kommissare. Es sind also Diejenigen, deren Einkommen, trotz der Pandemie, gerade durch die von ihnen, mit Häme überschütteten Sicherheitsmaßnahmen gesichert wurde, weil sie so weiterdrehen konnten. 

Oh, nur um schon einmal vorzubauen. Ich bin nicht dafür, dass man diesen Schauspielern ihre Rollen wegnehmen soll. Im Gegenteil, ich finde sie sollten sehr hart arbeiten für ihre Gage. Meiner Meinung nach, ist das viel besser, als wenn diese Leute auch noch Geld von dem Staat bekommen würden, um über die Runden zu kommen. Denn das würden sie im Fall des Falles bekommen, von der Regierung, die in ihren Augen alles aber auch alles falsch macht.

#ignoranzistkeinekunst

Ich habe mir tatsächlich alle Videos dieser Aktion angesehen, in der Hoffnung auch nur einen klitzekleinen Funken Sinnhaftigkeit in der ganzen Aktion zu erkennen. Am Ende muss ich sagen, nein es macht keinen Sinn für mich. Es hilft niemandem, wenn Martin Brambach zum Atmen in sein Schlafzimmer geht. Es ist unwichtig, wenn Nadja Uhl behauptet, das Schweigen gelernt zu haben und es dann leider doch nicht tut. Es ist keine Kunst, wenn Ulrich Tukur in diesem Zusammenhang ein Gedicht über den Tod zitiert und die Regierung danach auffordert aus Fairnessgründen alle Wirkungsstätten der Republik zu schließen. 

Nein, ich kann für uns „willfährige“ Normalbürger keinen Mehrwert in dieser Aktion erkennen, nur für die Egos der Protagonisten. Eines ist jedenfalls sicher, es hat Ihnen Aufmerksamkeit eingebracht und auch viel Zuspruch. Alice Weidel, die AFD Vorsitzende, war außer sich vor Begeisterung. Corona-Leugner Attila Hildmann fand das Projekt so gelungen, dass er es auf seinen sozialen Medienkanälen geteilt hat. Herzlichen Glückwunsch dazu. Man sucht sich seine Gesellschaft immer selber aus. Zweifellos geht es Künstlern schlecht in diesen Zeiten. Ich kann verstehen, dass Frust, Angst, Wut und Zorn wachsen. Sich darüber zu beschweren ist legitim. Wenn das auf sachlicher Ebene geschieht, mit klaren Argumenten, ist das in Ordnung.

#meinungsfreiheitsturmerprobt 

Natürlich haben die teilnehmenden Künstler inzwischen auch viel Gegenwind bekommen, harte Kritik, Aufforderungen die Videos zu löschen. Vorwürfe sie seien Pandemie-Leugner wurden laut, oder wenigstens Sympathisanten. Genauso schnell standen aber diejenigen bereit, die sie verteidigten. Fast reflexhaft erfolgte die Einordnung der Kritik. Sie sei ein massiver Angriff auf die Meinungsfreiheit. Die Beiträge seien unverkennbar Satire, das müsse man aushalten können.

Ich sehe es so. Die teilnehmenden Schauspieler*innen sind alle medienerfahren. Sie hätten diesen Sturm der Empörung kommen sehen können. Oder war das beabsichtigt? Die Kritik an den Videos der Kunstschaffenden fiel meiner Meinung deshalb so harsch aus, weil sie mit ihrer zynischen Aktion die Narrative der Corona leugnenden Verschwörungstheorien bedient haben. Nicht etwa, weil sie die Regierung kritisiert haben. Dass das Handeln unserer Regierung zu Unzufriedenheit führt und Kritik hervorruft ist nicht neu, das regt niemanden mehr auf. Wenn die teilnehmenden Schauspieler dafür jetzt harsche Kritik einfahren, dann ist das kein Angriff auf die Meinungsfreiheit dann ist das kein unkontrollierter Mob, dann ist genau DAS auch Meinungsfreiheit.

Satire muss man aushalten, heißt es immer wieder. Stimmt! Aber sie muss mir nicht gefallen und ich darf sie kritisieren. Das wiederum müssen dann die kritisierten Künstler aushalten. That’s the game.

#wuschundweg

Von den ursprünglich 53 Videos sind, Stand jetzt, nur noch 42 auf Youtube zu sehen. Ein paar Künstler haben ihre Videos zurückgezogen. Die Motivlage für dieses Handeln ist diffus. Heike Makatsch hat sich entschuldigt und sich von rechtsextremen Gruppen und Verschwörungstheoretikern distanziert. Jan Josef Liefers hat ein ellenlanges Statement abgegeben und auch sonst ist in der Angelegenheit sicherlich noch nicht das letzte Wort gesagt oder geschrieben worden.

Die K-Frage, mit Volldampf in die Krise

Wie eine Volkspartei die Basishaftung verliert

Nun wissen wir es, Armin Laschet soll die CDU/CSU bei der kommenden Wahl als Kanzlerkandidat in den Wahlkampf führen. So will es die CDU. Die CSU geht mit, Söder akzeptiert, die CSU-Spitze wünscht „dem Armin“ Glück, alle wollen sich gegenseitig unterstützen, das gemeinsame Ziel zu erreichen. 

Gerade haben meine Finger beim Tippen ein wenig gezittert, als ich das geschrieben habe. Denn das ist zwar die offizielle Version, der Geschehnisse der letzten Tage, dennoch weiß jeder, dass mit meinem ersten Absatz inhaltlich einiges nicht stimmt, auf vielen Ebenen. 

Meine kleine Einleitungs-Analyse:

Fangen wir doch mal mit den Glückwünschen an. Ob der Herr Söder „dem Armin“ wirklich soviel Glück auf seinem Weg wünscht, wage ich in Zweifel zu ziehen. Nicht weil ich den Herrn Söder nicht mag, nein. Sondern weil es immer schwierig ist, von einem Plan zurückzutreten und jemand anderem Platz zu machen. Das ist insbesondere dann schwierig, wenn die ganze Nation deutlich erkennen konnte, dass die zurücktretende Person die bessere Besetzung für den Posten war … also präzise gesagt, alle konnten es erkennen, ausgenommen Herr Laschet und ein Großteil seines Präsidiums. 

Die nächste Ungenauigkeit im offiziellen Statement liegt wohl darin, zu behaupten, dass „die CDU“ den Herrn Laschet gern als Kanzlerkandidaten hätte. Genaugenommen war es das Präsidium, dass es so bestimmt hat und zwar gegen großen inneren Widerstand aus der eigenen Partei. Als erster CDU-Ministerpräsident sprach sich Reiner Haseloff aus Sachsen-Anhalt für Markus Söder aus. Es folgten Tobias Hans aus dem Saarland und Michael Kretschmer aus Sachsen. Landwirtschaftsministerin und Präsidiumsmitglied Julia Klöckner selbst stützte Armin Laschet, allerdings nicht, ohne deutlich zu sagen, dass sie wisse, dass ein großer Teil ihrer Parteibasis das anders sehe. Auch der Schleswig-Holsteiner Daniel Günther versuchte seine Partei auf Laschet einzuschwören, mit mäßigem Erfolg, denn auch dort machten die Partei-Basisgremien und ihre Vertreter öffentlich überdeutlich, dass sie Söder präferieren würden. 

Auch die Junge Union votierte für Söder, ein politisches Novum, das war so noch nie dagewesen. Überhaupt kann man als Trend festhalten, je mehr man Richtung Parteibasis forschte, desto klarer und zahlreicher konnte man die Pro-Söder-Stimmen hören. Leider verklangen sie ungehört, ihrer Bedeutung beraubt, im politischen Ego-Nebel des CDU-Anwärters.

Schade, hier hat die CDU eine gute Gelegenheit verpasst, Wählerstimmen zurückzugewinnen. Söder wäre sogar hier bei uns im Norden gut wählbar gewesen. 

In meinen Augen hat die Entscheidung für Herrn Laschet nur eines ganz deutlich aufgezeigt, wie groß die Bereitschaft bei der CDU ist, den Willen ihrer eigenen Basis, der nachrückenden Jugend und auch den Bürger-Wunsch zu ignorieren, wenn es um antiquierte Machtansprüche geht. Das kann sich nur negativ auf das kommende Wahlergebnis auswirken.

Ich habe nicht das Vertrauen, dass es Herrn Laschet in den wenigen, verbleibenden Monaten gelingt, so etwas wie ein verlässliches Profil zu entwickeln. Aus meiner Sicht, waren seine Entscheidungen der letzten Monate schwankend, wie ein Matrose auf Landgang, und mehr auf sein eigenes, politisches Vorankommen ausgerichtet, als auf vorsichtiges, wirksames Handeln, das Virus betreffend. Immer ein wenig zu spät, immer am populistischen Meinungstrend ausgerichtet und nur dann bereit unangenehme Entscheidungen zu treffen, wenn es gar nicht mehr anders ging. Verantwortliches Handeln sieht anders aus. Man ertappt sich ja dabei, zu hoffen, dass Söder noch zur Verfügung steht, wenn Herr Laschet das Ding an die Wand gefahren hat, denn das wird er.

Ich habe die ganz große Befürchtung, dass ausgerechnet die AFD von der Entscheidung des CDU-Präsidiums profitieren wird, auch wenn aktuelle Umfragen das zurzeit nicht bestätigen. Allerdings zeigen sie sehr deutlich, wer eigentlich profitiert von den Vorgängen in der CDU. Die jüngste Forsa Trendumfrage, so berichtet das Handelsblatt heute morgen, zeigt einen dramatischen Rückgang der Prozentzahlen bei der Union. Ihre Prozentwerte stürzten von 28 % auf 21 % ab.

Die Grünen schnellten um fünf Punkte nach oben und verdrängten die Union mit nunmehr 28 % vom Spitzenplatz der umfragestärksten Partei. Die SPD rutschte zwei weitere Prozentpunkte ab auf 13 %. Dafür gewann die FDP dazu und landete vorerst bei 12 %. Orientiert man sich an diesen Werten, kann man sagen, wenn heute gewählt würde, dann wäre eine Regierungsbildung ohne die Union möglich und sogar wahrscheinlich. Bravo Jungs und Mädels, da habt Ihr ganze Sache gemacht.

In einer weiteren Umfrage zeigte sich, dass würde man den Kanzler*in direkt wählen können, zurzeit die Grünen-Kandidatin, Annalena Baerbock das Rennen machen würde. Etwa 32 % der Bundesbürger würden sie wählen, jeweils nur 15 % würden für den SPD-Kandidaten Olaf Scholz oder Armin Laschet stimmen.

Ohne jetzt auf die unterschiedlichen Partei- oder Wahlprogramme eingehen zu wollen, kann man wohl behaupten, dass es den Grünen in der Außenwirkung gut gelungen sein muss, dem Wähler zu vermitteln, dass sie eine bürgernahe Partei sind. Dass sie eine zukunftsweisende Politik machen wollen, während die Konkurrenzparteien sich mit ihrer Entscheidung für Laschet, entschlossen haben, einfach so weiter zu machen. Und das obwohl der Spruch „Es-gibt-kein-Weiter-so“, nach dem letzten Wahldebakel gerade bei der Union, inflationär genutzt wurde und zum geflügelten Wort fast jeder öffentlichen Rede geworden war. 

Potsdamer Ganoven

Ein Kriminalroman von Hanna C. Bergmann

Ich bin bekennender Krimi-Fan beim Lesen genauso, wie beim Fernsehen schauen. Allerdings kann man mich als Leser nicht ganz so leicht einzufangen, da bin ich als ehemalige Strafrechtlerin wohl vorbelastet. Finde ich logische Brüche im Plot, rechtliche Ungereimtheiten oder menschlich vollkommen abwegige, konstruiert wirkende Beziehungsstrukturen, dann lege ich das Buch zur Seite und schaue nie wieder rein. 

Wenn Ihr da ähnlich kompliziert seid wie ich, habe ich fantastische Nachrichten für Euch. Hanna C. Bergmann ist eine echte Entdeckung für mich. Als ich anfing, die „Potsdamer Ganoven“ zu lesen passierte es. Ich geriet in einen Strudel und tauchte mit dem ersten geschriebenen Wort ein in das Geschehen. Das liegt ganz sicher nicht nur daran, dass frühzeitig ein Mord begangen wurde. 

Denn gleichzeitig gelingt es der Autorin ein sehr präzises Bild von den Lebensumständen in der Weimarer Republik zu zeichnen. Gefühlvoll dringt sie in Familiengefüge ein und zeigt was sich hinter dem schönen Schein verbirgt. Sie zeigt Standesunterschiede auf und beschreibt, wie es Denen ergeht, die diese durchbrechen wollen. Man lernt, dass in dieser Zeit Frauen nicht immer das dürfen, was sie wollen und was vernünftig wäre und begleiten Gisela dabei, wie sie sich einen Weg sucht, heraus aus dieser Enge. Und in mir entsteht beim Lesen Dankbarkeit, Dankbarkeit für meine Urgroß- und Großmütter, die es geschafft haben, mir und meinen Mädchen ein so viel freieres Leben zu ermöglichen.

Was mich fasziniert, sind die historischen Genauigkeiten, angefangen bei der Straßenführung im früheren Berlin und Potsdam, sei es bei den Beschreibungen der Häuser und ihrer Einrichtungen oder aber auch in der Sprache der Protagonisten. Ich habe mich öfter gefragt, ob alle Figuren erfunden waren oder ob es den*die eine*n oder anderen Mitspieler*in real gegeben hatte. Das Kenne ich in dieser Qualität bisher nur aus Klassikern wie Agatha-Christie-Romanen oder von den Kriminalfällen um den französischen Kommissar Jules Maigret. Jedes Detail, dass Hanna C. Bergmann schildert, hätte auch so passiert sein können. 

Liebe Hanna … liebe Karin, das Buch ist der Knaller. Ich hoffe es wird eine Reihe daraus, denn dann könnte ich mich schon auf den nächsten Fall freuen.

Die Autorin

Hanna C. Bergmann heißt eigentlich Karin Joachim. Sie wurde in Bonn-Bad Godesberg geboren und lebt seit über 20 Jahren im Ahrtal. Die studierte Germanistin und Anglistin sowie ehemalige Leiterin eines archäologischen Museums ist heute als freiberufliche Autorin tätig. In ihrer Freizeit ist Karin Joachim mit ihrem Border Terrier unterwegs, mit dem sie die Natur erkundet. Besonders gerne besichtigt sie historische Orte sowie Parks und Gärten im In- und Ausland.

Karin Joachim, alias Hanna C. Bergmann

Interview mit der Autorin

Taufrisch war gestern: Du schreibst Dein Buch „Potsdamer Ganoven“ unter dem Pseudonym Hanna C. Bergmann. Warum nicht unter Deinem schon bekannten Autorennamen?

Mein Verlag wollte damit die verschiedenen Reihen, die unter meinem Autorinnennamen bei ihm erscheinen,  unterscheidbarer machen: Meine Ahr-Krimis sowie meine zeitgeschichtlichen Romane rund um die junge Kölnerin Karolina Offermann, und die Potsdam-Reihe, deren erster Band die „Potsdamer Ganoven“ sind.

Taufrisch war gestern: Wie bist Du auf den Namen Hanna C. Bergmann gekommen?

Die Namenswahl hängt eng mit der Geschichte meiner Familie zusammen. Das C. steht für eine andere Schreibweise von Karin.

Taufrisch war gestern: Was muss eine Idee Dir bieten, damit Du den Wunsch verspürst, ein Buch daraus zu machen?

Die Ideen gehen mir im Moment nicht aus. Ich schreibe sie alle auf und beginne dann zu recherchieren: Gibt es genügend Material, ist es zugänglich? Das sind wichtige Fragen, denn in meine Romane – auch in die Ahr-Krimis – fließen historische Begebenheiten ein. Kann ich zentrale Fragen nicht genau genug beantworten, rühre ich das Thema zunächst gar nicht an. Meine Figuren lege ich so an, dass sie Potential für eine Entwicklung besitzen, aber sich auch mit Konflikten beschäftigen, zum Beispiel einer  Unzufriedenheit mit dem Job, ihrer Rolle als Frau. In den „Potsdamer Ganoven“ gibt es einige dieser Konflikte, was auch der Zeit geschuldet ist, den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Es dominieren darin ganz grundsätzlich die Sorgen der Menschen, aber auch die Hoffnungen auf ein besseres Leben. In den 1920er-Jahren änderte sich außerdem das Leben für die Frauen. Selbstbestimmung, Wahlrecht wurden Themen.

Taufrisch war gestern: Ich habe in letzter Zeit auf Facebook viele Deiner Acrylmalereien bewundert. Beides, das Malen und das Schreiben sind kreative Prozesse. Wo siehst Du den Unterschied zwischen Beiden?

Ich male mit Acryl, weil sich mir damit größere Möglichkeiten ergeben als mit Öl- oder Aquarellfarben, mit denen ich früher gemalt habe. Das Malen ist noch einmal eine andere kreative Ebene als das Schreiben. Aber auch da gibt es beim Bildaufbau zum Beispiel einiges zu beachten: Das Bild muss Spannung enthalten, es muss etwas geben, das die Betrachter ans Bild fesselt,  es gibt darin ruhigere und belebtere Bereiche, manchmal steht ein bestimmtes Motiv im Vordergrund, mal wird eine besondere Stimmung vermittelt. Das sind im Grunde Ähnlichkeiten mit dem Schreiben. Bevor ich schreibe, plotte ich, bevor ich anfange, mit dem in Farbe getauchten Pinsel über die Maloberfläche zu streichen, habe ich mir die Bildkomposition bereits überlegt, die Farbauswahl etc. Das Schöne am Malen: Du siehst das Ergebnis sofort.  

Taufrisch war gestern: Wahrscheinlich hat Corona auch Dein Leben verändert. Ich habe in vielen Gesprächen festgestellt, dass jeder von uns nur einen Bruchteil dieser Krise bewusst wahrnimmt. Welche Aspekte sind für Dich besonders wichtig?

Mein privates Leben ist zum Glück nicht so sehr erschüttert, da ich immer schon viel in der Natur unterwegs bin. Museums-, Theater- und Konzertbesuche fehlen mir dagegen sehr. Auch die kleinen Auszeiten, z.B. eine Reise ans Meer oder in mein geliebtes Potsdam, aber auch die Recherchereisen, die jetzt nicht stattfinden. Beruflich ist es also schwierig für mich als Freiberuflerin, da außerdem die Gelegenheiten entfallen, meine Bücher direkt vorzustellen: Lesereisen, Lesungen, Signierstunden sind nicht möglich.  Da ich meine Lesungen als eigene Programme gestalte, ist das ein ziemlicher Verlust für mich, den auch Webaktivitäten nicht wettmachen können. Im letzten Jahr erschien mein Roman „Großstadtflüstern“. Es war geplant, meine Lesung mit der Live-Musik eines Salon-Ensembles zu kombinieren, das Filmmusik spielt. Passend zum Thema Stummfilm, das meine Romanreihe um Karolina Offermann bestimmt. Es wäre so eine tolle Möglichkeit gewesen, meinen Leserinnen und Lesern einen einzigartigen Abend zu bereiten. Ja, der persönliche Austausch mit meinen Leserinnen und Lesern fehlt mir sehr.

Taufrisch war gestern: Wie möchtest Du leben, wenn Du 80 bist?

Gesund und ansonsten nicht anders als heute. Wenn ich weiter schreiben und malen kann, wäre das das größte Geschenk für mich. Vielleicht dann in einem Häuschen am Meer …

Taufrisch war gestern: Kannst Du gut verzeihen oder gibt es etwas, was für Dich unverzeihlich wäre?

Unverzeihlich ist für mich nur wenig. Ich finde, Menschen haben eine zweite Chance verdient. Aber Unehrlichkeit, Lügen auch grundsätzlich Neid und Missgunst finde ich im Umgang wirklich schwierig.

Taufrisch war gestern: Ich nutze die neue freie Zeit auch dafür, endlich einmal auszumisten. Wie ist das bei Dir? Kannst Du Dich gut von Dingen trennen? Und wenn ja, von welchen?

Ich musste vor einigen Jahren notgedrungen ganz extrem ausmisten, da wir einen schlimmen Wasserschaden hatten. Leider gingen dabei auch ganz besondere Stücke unwiederbringlich verloren, Dinge, an denen mein Herz hing. Seitdem lebe ich mit weniger Gepäck, schaffe mir auch nicht mehr so viel an, lebe insgesamt noch nachhaltiger. Sammle lieber Erinnerungen und Momente.

Taufrisch war gestern: Als Autorin und Künstlerin, gibst Du deinen Lesern viel und machst Dich dadurch auch verletzlich. Gibt es im Gegenzug etwas, was Du dir von deinen Lesern wünscht?

Das ist eine Frage, die mich sehr berührt. Darüber habe ich eigentlich noch gar nicht aktiv nachgedacht, da ich keine Erwartungshaltung an meine Leserinnen und Leser habe. Aber wenn ich so überlege, ja, ich wünsche mir noch mehr Austausch mit ihnen, also gerne auch Fragen an mich oder Berichte, wo sie meine Bücher lesen, ob sie z.B. auf Spurensuche an den Schauplätzen gehen, was sie vielleicht überrascht hat, weil sie es vorher nicht wussten, wo sie meine Bücher entdeckt haben. Ach ja, und gerne dürfen sie auch anderen von meinen Romanen erzählen.  

Taufrisch war gestern: Danke, dass Du mir dieses doch sehr persönliche Interview gegeben hast, liebe Karin. Und wenn Ihr noch Fragen oder Anregungen für Karin habt, dann kontaktiert sie doch über ihre Website, die findet Ihr HIER.


Die Winterkälte hat die ehemalige Garnisonsstadt fest im Griff. Wie an jedem Tag dreht der junge Postbote Theodor Berwalt seine Runde. Am Stadtkanal findet er bei einer Zustellung die Leiche von Alfred Pagel. Kaum hat die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen, gerät Theodor in Verdacht, Pagel ermordet zu haben. Dem Postboten eilt seine Freundin Gisela zu Hilfe, die als Stenotypistin im Polizeipräsidium arbeitet. Gemeinsam begeben sich Theodor und Gisela auf Mörderjagd …

Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag

10 Juli 2019
sofort lieferbar

309 Seiten, 12 x 20 cm, PaperbackBuch 13,– € / E-Book 6,99 €*

ISBN 978-3-8392-2461-8

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Holadriiiööö, Heidifeeling, herrliche Ruhe

Berg und Tal Report 4

In meiner heutigen Reisegeschichte aus dem Land des Schwiegermutter-Lächelns, erzähle ich Euch von der butterweichen, streichzarten Seite unseres Nachbarlandes …. ja, ja, Schatz, ich weiß Du bist ein Steirer, es ist Heimat … Nur so viel vorab, es gibt ganz viel Katzen-Content und es endet in einem artenübergreifenden Friedensgipfel auf einer steirischen Blumenwiese.

Deshalb kann ich wohl behaupten, dass das Land meiner Schwiegerväter, ein Ort ist, der auch für Happy Endings geschaffen ist … mit und ohne Freudentränen. Finley zieht es in Erwägung, sich eine kleine Alm anzuschaffen. Die Steiermark sei, so Finley für einen Altersruhesitz durchaus geeignet, solange die Sternchen nur am Himmel stehen und nicht auf Bauchhöhe Stress verbreiten würden. Natürlich kann ich nicht einen ganzen Sommerurlaub in einem Blogbeitrag zusammenfassen, deshalb müsst Ihr jetzt ganz stark sein, es erwarten Euch noch ein paar Folgen.

Hörst du La Montanara
Die Berge sie grüßen dich

(Lyrics: Ralf Siegel)

Morgens um 6.00 Uhr, St. Lorenzen in der schönen Steiermark, die Haare zerzaust, der Lift auf den wir schauen konnten, stand noch still. „Uaaahhh“, ich sass auf der Veranda unseres Ferienhauses und strecke mich und gähnte. Einfach mal durchschnaufen und zuschauen, wie der Tag erwacht, dachte ich. Ich genoß den wunderschönen Blick auf den Kreischberg. Die Luft ging langsam hinter den Bergen auf, die Sonne zwitscherte und die Vögel waren frisch und klar. Ähm, Ihr merkt wohl schon, ich war noch gar nicht ganz wach. Also ging ich zurück in unsere kleine Bauernküche und machte mir erst einmal einen starken Kaffee.

Danach setzte ich mich wieder auf die Veranda, meinen Lieblingsplatz in unserer Unterkunft und genoß die Bergluft, diese wundervolle Stille und das süße Nichtstun. Im Sommer war St. Lorenzen ein verschlafenes kleines Bergdorf. So früh am Morgen waren außer Finley und mir erst einmal nur die Dorfkatzen wach. Der schwarzweiß gefleckte Kater vom Haus nebenan hatte Finley gleich am ersten Tag auf seine ganz spezielle Art begrüßt. 

Hörst du mein Echo schallen
Und leise verhallen

(Lyrics: Ralf Siegel)

Der gefleckte Nachbar-Kater wurde von seinem Besitzer „Herr Beppi“ gerufen. Man konnte ihm ansehen, dass er in seinem Leben schon ein paar entscheidende Kämpfe gefochten hatte. Unter seinem linken Auge hatte er eine dunkelgraue, durchaus dekorative Schmarre und von seinem Schwanz fehlte ihm fast die Hälfte. Auf der großen Blumenwiese vor unserem Haus standen Finley und er sich ganz unvermittelt gegenüber. Beide gänzlich unvorbereitet und beide total perplex. 

Finley: „Grrr…grrr… Alter, wo kommst Du denn so plötzlich her?“

Herr Beppi: „Fchhhhh… woas wuillst Du, haaa? Bleeder Schlickruuutscher!“

Finley: „GRRR … grrr … sieh mal an, soso, ein Schluchtenscheißer mit Todessehnsucht …“

Herr Beppi: „Fchhhhhh…Fchhhh… teil’n mir uns die Grrruft oder woos?“

Finley: „GrrrWau … pass mal gut auf Du Almdudler. Du die Gruft und ich die Wiese … für die nächsten 10 Tage.“

Herr Beppi: „10 Toag? Doas loast si moach’n. Du kriagst an vorderen Teil und i kriag den hinteren Teil der Wies’n und olle Mäuse. Doa ham ma an Fried’n und es dient da Förderung des Tourismus…“

Finley: „Hmmm… das klingt nach einer akzeptablen Abmachung. Ich sehe Dich nicht und Du siehst mich nicht. Wird gemacht.“

Blau strahlt das Firmament
Von Ferne rauscht ein Wasserfall

(Lyrics: Ralf Siegel)

Von da an herrschte Frieden an der deutsch österreichischen Hunde-Katzen-Front. Der Herr Beppi lag dann jeden Morgen stundenlang an der Demarkationslinie und lauerte im hohen Gras. Man hörte ab sofort kein Fauchen mehr von ihm, allenfalls mal ein sanftes Schnurren. Finley hingegen nahm die vordere Hälfte der Weide in Beschlag. Beide hielten die Abmachung ein, der Felis-Canis-Pakt hielt. Und ich hatte endlich die Ruhe, nach der ich mich in Hamburg die letzten Monate so sehr gesehnt hatte. In diesen klangschalenruhigen Momenten auf unserer Veranda, hatte ich das Gefühl, dort nie wieder weg zu wollen. 

Und durch die grünen Tannen
Bricht silbern das Licht

(Lyrics: Ralf Siegel)

Während sich der Herr Beppi in der Morgensonne räkelte, begann Finley seine Tage mit einer Wieseninspektion. Ich nannte das seine ganz persönliche Pfostenschau. Die Wiese war von einer Reihe rauher Holzpfähle eingerahmt. Sie grenzten die dahinter liegende Straße ab. Finley flanierte nun jeden Morgen von Pfosten zu Pfosten. Dann schnupperte er an jedem Pfahl sehr ausgiebig und schien sich in Gedanken ein paar Notizen zu machen:

„Aha, die drei ungarischen Pudeldamen waren schon dagewesen und dort die zwei Chihuahuas von der Gondelbahn auch … Katzen, naja um die soll sich mal der Herr Beppi kümmern…, ohhh ein Stück vom Wild, hmmmm wie lecker … schon schön abgehangen …“  Nachdem er die tierischen Neuigkeiten aus dem Dorf alle gelesen hatte, ging er jeden(!) Pfosten noch mal ab und setzte dort eine wohlproportionierte Pipimarke ab. „Gestatten, mein Name ist Finley und mir gehört jetzt diese Wiese, die Straße und das schöne, Haus mit den Holzschindeln da drüben, PUNKT!“

 Weit sind die Schwalben
Nach Süden geflogen
Über die ewigen Berge und Täler

(Lyrics: Ralf Siegel)

Nachdem wir dann unsere Dorfrunde gegangen waren, richtete ich mir auf dem rustikalen Holztisch auf der Veranda meinen Schreibplatz ein. Ich kuschelte mich mit meiner Wolldecke auf die Holzbank und stellte mir vor, wie es in St. Lorenzen wohl im Winter aussehen würde, wenn in der WM-Gemeinde der Skibetrieb beginnt und mein verschlafenes Dorf von lebhaftem Skitreiben eingenommen wird. 

Ich stellte mir den Kreischberg schneebedeckt vor und schaute hinüber zur Gondelbahn. Vor meinem geistigen Auge sah ich die langen Schlangen von Skifahrern stehen, die hinauf wollen auf eine der zahlreichen Pisten. Von der Weltcupabfahrt bis hin zum Anfängerhang, Skischulen, Skiverleih, ist hier alles vorhanden. „Das müsste man vielleicht auch einmal ausprobieren“, dachte ich und fing an zu tippen. Wie war das noch … gestern und vorgestern …

Anmerkung der Redaktion:

In dieser Folge wurde kein Name verändert, wir haben die schriftliche Genehmigung von Herrn Bei eingeholt, seinen Klarnamen nennen zu dürfen. Ferner wurde keine Begebenheit verfälscht oder übertrieben. Es ist alles genauso passiert. Leute das ist Finleys geheimes, steirisches Leben. Wenn er damit klarkommt, schafft Ihr das auch. Kleine Info von Finley für die Katzenfreunde … ja, wir mögen Katzen … besonders gern von der Ferne. Frauchen fängt immer an zu niesen, wenn sie ihr zu nahe kommen, dann rotzt sie im Dreivierteltakt und die Augen tränen unaufhörlich, es ist nicht auszuhalten. Falls das jetzt respektlos gegenüber der Gattung Felis Catus war, kommt klar damit. Ich habe 100 Sozialstunden vorgearbeitet, wendet Euch diesbezüglich an meinen Bewährungshelfer.

Und an meine liebe Familie: Ihr wisst, ich meine es nicht böse, ich will nur spielen… Ich schreibe das nur schon mal vorsorglich für die noch folgenden Teile der Urlaubsgeschichten.

In der nächsten Woche: Kuhfladen an jungem Grün, naturaromatisiert mit essbaren Blüten

Wer die ersten Teile meines Berg und Tal Reports versäumt hat und Lust hat, mehr zu lesen, findet die ersten zwei Teile hier. Klickt einfach auf die folgenden Überschriften:

Sternchen … Erlebnisurlaub in der Steiermark

Vom Anti-Mobilisten zum Kilometerfresser … Berg und Tal Report 1

Einmal Pizza ohne Hund, bitte … Berg und Tal Report 2

Himmel, Donner, Hagelsturm … Berg und Tal Report 3