König der Lüfte

Das geheime Leben der letzten Schreiadler Deutschlands

Foto: Frederking & Thaler

Wo Deutschlands Schreiadler leben, geht es der Natur gut. Der Vogel mit dem markanten Ruf bewohnt einsame Wälder. Aus der Nähe bekommen ihn die meisten nur selten zu Gesicht, denn die Vögel sind scheu. Der Journalist und Fotograf Thomas Krumenacker ist den Spuren der Schreiadler gefolgt und gibt sehenswerte Einblicke in das gut versteckte Leben der braunen Adler. 

In Deutschland brüten nur noch 130 Paare, dieser vom Aussterben bedrohten Raubvogelart. Vorwiegend leben sie auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns und Brandenburgs, was ihnen den Spitznamen „Pommernadler“ eingebracht hat. Sie ziehen jedes Jahr nur ein Junges groß, das aber mit Liebe und Leidenschaft.

Mit seinen eindrucksvollen und stimmungsvollen Fotos ist dieser Fotoband ein Muss für alle, denen Naturschutz und der Artenreichtum unserer Vogelwelt am Herzen liegt.

Der Autor und Fotograf

Thomas Krumenacker ist Journalist und befasst sich seit zwei Jahrzehnten mit Schreiadlern. Nur wenige Menschen haben mehr Zeit in ihrer Nähe verbracht: Er hat sie im Segelflugzeug auf dem Zug über Israel begleitet und aus Baum-Verstecken in Lettland fotografiert. Mit diesem Buch will er für den Schutz eines Vogels werben, der viel unterwegs ist und in der Uckermark ebenso zuhause ist wie in der afrikanischen Steppe.

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege von Taufrisch war gestern und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

Liebe, Männer, Eierlikör … und andere Katastrophen

Elsa-Antoinette hat ein neues Gewand

Ich gebe zu, es ist ein wenig ungewöhnlich, ein und dasselbe Buch zweimal zu rezensieren. Aber für das Fräulein Stern mache ich da gerne eine Ausnahme. Das hat diverse Gründe. Zum einen trifft die Autorin Elsa Stern aka Christina Loböck mit ihrer Art zu schreiben bei mir voll ins Humor-Epizentrum. Ich liebe diese Art von Humor so sehr, der wie ich finde, gar nicht so weit von meinem entfernt ist, was angesichts des österreichischgermanischen Nordsüdgefälles echt erstaunlich ist.

Dann ist das Buch einfach richtig gut und erscheint rechtzeitig zur Buchmesse in Wien in der zweiten Auflage. Und das in kompletter Eigenregie, denn die Autorin gehört zu den Selfpublishern und trägt damit nicht nur die gesamte Verantwortung für den Erfolg des Buches allein, sondern schultert damit auch ein enormes finanzielles Risiko. Davor ziehe ich den sprichwörtlichen Hut … Chapeau, liebe Christina.

Nun eine neu Rezension zu schreiben, macht keinen Sinn. Deshalb verlinke ich euch HIER meine Rezension, die ich geschrieben habe, als das Buch zum ersten Mal herauskam. Schaut mal herein, dort findet ihr mein erstes Interview mit der Autorin Christina Loböck. Nach wie vor gilt übrigens meine absolute Leseempfehlung! Damit ihr hier aber auch etwas Neues zu lesen habt, habe ich Christina erneut interviewt. Ihr dürft gespannt sein auf ihre Antworten. Christina (aka Elsa Stern ) gehört zu den Autorinnen, die ich irgendwann unbedingt einmal kennenlernen möchte. Ich frag‘ sie aber nicht, ob es ihr genauso geht … was sollte die Ärmste darauf schon antworten …

Foto: Daniel Huber

Interview mit Elsa Stern

Taufrisch war gestern: Dein Buch ist rechtzeitig zur „Buch Wien“ in zweiter Auflage erschienen. Dazu möchte ich dir von Herzen gratulieren. Wie war es für dich auf der Buchmesse. Hattest du den Eindruck, dass du als Selpublisherin die gleichen Chancen hattest, wie die Autoren und Autorinnen, die bei Verlagen unter Vertrag stehen?

Christina Loböck: Dankeschön! Es war schon eine gewisse Herausforderung alles zum Termin zu koordinieren und fertig zu haben, da ich diesmal ja keinen Verlag hatte, der mir gewisse Arbeiten abgenommen hätte. 

Ich schwebe gerade noch immer auf einer großen Wolke mit Endorphinen was die Buchmesse angeht. Ich bin da wirklich ohne große Erwartungen hingefahren und zurückgekommen bin ich mit einem Kopf voller Ideen und Inspiration, mit frischer Motivation, Tipps und Tricks von erfahrenen Autorinnen und vor allem mit ganz vielen tollen, neuen Kontakten und Freundschaften. Ich war gemeinsam mit dem Verein Romane made in Austria, bei dem ich Mitglied bin, als Aussteller auf der Buchmesse und obwohl ich vorher noch keine von den anderen Autorinnen des Vereins persönlich kannte, wurde ich gleich so richtig herzlich in die Gruppe aufgenommen. Als Selfpublisher auf der Messe zu sein, habe ich wirklich nicht als Nachteil empfunden, eher im Gegenteil. Im Verein bin ich da auch in bester Gesellschaft, da gibt es mehrere Selfpublisherinnen wie z.B. Mira Morton, Katrin Frank, Sophia Chase usw., die schon mehrfach in den verschiedensten Bestsellerlisten waren und jetzt auch zum Teil als Hybridautorinnen von Verlagen heiß begehrt sind. Alleine, dass mein Buch in solcher Gesellschaft auf dem Messestand von Romane made in Austria ausgestellt war, hat ihm immense Sichtbarkeit verliehen. Dann hatte ich auch noch das Glück, dass BoD, über die ich die Herstellung und den Vertrieb des Taschenbuchs abwickle, mein Buch ebenfalls an ihrem Stand ausgestellt hatten (das war eine sehr angenehme Überraschung, als ich das gesehen habe). Ich weiß nicht, welche Verlagsautoren behaupten können, dass ihr Buch gleich an mehreren Ständen ausgestellt wird, Midlist-Autoren können manchmal von Glück reden, wenn ihr Buch es überhaupt auf den Verlagsstand der Messe schafft, wenn es nicht gerade frisch erschienen ist. Obwohl ich selber die Literaturszene in Österreich gerne als etwas „elitär verschnupft“ bezeichne, würde ich behaupten, dass die Bücher von Selfpublishern vielleicht gerade deswegen ein immer größeres Publikum ansprechen, weil wir auch mehr Nischen bedienen können und sich Unterhaltungsliteratur einfach auch besser verkauft. Bei uns am Stand war der Zulauf und das Interesse auf jeden Fall immer sehr groß und es hat wirklich Spaß gemacht, dort zu stehen und zu sehen, wie gut die gesamte Palette an Selfpublishing Büchern angenommen wird. 

Taufrisch war gestern: Gibt es bei der Überarbeitung der zweiten Auflage signifikante, inhaltliche Änderungen?

Christina Loböck: In erster Linie gab es mal Änderungen an der Aufmachung. Der Buchsatz ist jetzt ein bisschen mehr mit Liebe zum Detail gestaltet und das Cover ist natürlich ein anderes. Ich wollte gerne, dass die Farben so richtig knallen. Nach der Buchmesse darf ich stolz verkünden: Das ist gelungen. Sowohl am Stand von Romane made in Austria als auch auf am Stand von BoD konnte man es von Weitem in seiner ganzen pinken Pracht strahlen sehen. 

Die inhaltlichen Änderungen halten sich eher in Grenzen. Hier und da haben mir ein paar Szenen nicht mehr gut gefallen und ich habe ein wenig umgeschrieben, dies und jenes ein bisschen anders formuliert, aber am Handlungsgerüst selbst hat sich nichts verändert. Was sich geändert hat, weil es ein Kritikpunkt von einigen Leser:innen war, ist, dass Elsas Freundinnen nun „anständige“, ganze Namen haben und nicht mehr mit Buchstaben abgekürzt werden. Die E. ist demnach jetzt die Eva-Maria und die A. ist die Anna-Katharina… alleine deswegen hat das Buch jetzt fast 40 Seiten mehr. Nein, ein Scherz. Es ist einfach nur deswegen ein wenig dicker, weil sich das Format geändert hat. Es kommt jetzt in handlichen 12 x 19cm daher. 

Taufrisch war gestern: Du weißt ja, wie sehr ich dein Buch mag. Hast du denn schon einen zweiten Teil in Arbeit? Und wenn ja, wann dürfen wir mit der Veröffentlichung rechnen?

Christina Loböck: Ja, der zweite Teil ist schon in Arbeit und geplant wäre die Veröffentlichung im (Früh-?)Sommer 2021. Zuerst musste ich aber natürlich noch den ersten Teil vor der Buchmesse herausbringen, weswegen das Schreiben an Teil zwei die letzten zwei Monate auf Eis lag. Aber jetzt freue ich mich schon wieder, richtig loslegen zu können. Ich bin auch schon wahnsinnig gespannt, was die Leser:innen des ersten Teils zu so manchen Entwicklungen sagen werden. Da habe ich nämlich ein paar Überraschungen, die für mich selbst zu Beginn etwas sehr skurril waren, aber je mehr ich geschrieben habe, umso besser haben diese „unvorhersehbaren Zufälle“, dann zusammengepasst. Manchmal sitze ich jetzt schon beim Schreiben da und lache mir heimlich ins Fäustchen, weil ich mir ausmale, wie die Leser:innen wohl auf dieses oder jenes reagieren werden. Und, was ich selber ja als Leserin total gerne mag: Es wird ein paar Dinge geben, die in Teil eins schon am Rande angeklungen sind und in Teil zwei dann für richtige Verstrickungen sorgen werden. Mehr verrate ich jetzt nicht, aber es gibt auf jeden Fall ein Wiedersehen mit allen Figuren des ersten Teils. Vom Theo-Theo bis zum Winkler, Helene und der Tante Henriette sind alle wieder mit von der Partie, natürlich auch Herr Q. 😉

Taufrisch war gestern: Wie diszipliniert bist du beim Schreiben? Jack London hat es beinhart durchgezogen. Mindestens 1000 Worte pro Tag waren ein Muss für ihn. Stellst du für dich auch solche Regeln auf?

Christina Loböck: Ach, das ist so eine Sache. Ja, ich sollte mir wohl auch so ein Tagesziel setzen oder beim Nanowrimo mitmachen, dann wären solche Dinge wie Veröffentlichungstermine usw. auch weitaus besser zu planen… ABER: Ich bin da ja ein wenig eigen. Ich schreibe eigentlich nur, wenn ich wirklich Lust darauf habe. Und das ist (bitte nicht lachen) meistens bei Vollmond. Mich zum Schreiben zu zwingen hat noch nie wirklich funktioniert. Diese Versuche landen dann spätestens beim nächsten Vollmond im Papierkorb bzw. fallen der Delete-Taste zum Opfer. Aber wenn ich mit Spaß an der Sache am Laptop sitze, dann klopfe ich auch mal 10 000 Wörter in drei Tagen in die Tasten und es ist wenig dabei, das ich im Nachhinein wieder lösche. Wenn ich aber vom Schreiben leben wollte, das haben mir bis jetzt auch alle Autor:innen bestätigt, mit denen ich gesprochen habe, dann ginge das nicht. Dann muss man wirklich konsequent jeden Tag arbeiten. Solange ich das nicht muss, ist Schreiben für mich aber auch keine Arbeit, sondern purer Spaß und das würde ich gerne so lange es geht beibehalten. 

Taufrisch war gestern: Welche Wege gehst du als Selfpublisherin, um für den Werk zu werben. Wie gewinnst du Leserinnen?

Christina Loböck: Ich setze großteils auf Mundpropaganda. Mein Buch ist etwas Besonderes, es ist sicher nicht für jeden Leser oder für jede Leserin das Richtige, dazu hat es zu viele Ecken und Kanten, um auf dem Populärmarktplätzen mit den Bestsellern mithalten zu können. Trotzdem habe ich auch schon bei der ersten Auflage gemerkt, dass die Leser:innen, denen es gefällt, sehr oft tatsächlich hellauf begeistert sind und die Kunde, dass es da ein sehr humorvolles, österreichisches Buch gibt, das man gelesen haben muss, auch in ihrem Bekannten- und Verwandtenkreis verbreiten bzw. das Buch auch gerne weiterverschenken (Weihnachten naht mit Riesenschritten, das nur als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl 😉). Das kann man als Autorin natürlich nicht planen oder steuern, aber es hilft ungemein. Man weiß auch nie, wem das Buch auf diese Weise in die Hände fällt, vielleicht ist ein Buchhändler dabei oder eine Bloggerin, die eine große Reichweite hat… Solche Zufälle oder Glücksfälle sind mir schon einige Male passiert und haben mir einige Türen geöffnet. Ich hatte auch schon Leserinnen, die mit meinem Buch in ihre Stammbuchhandlung marschiert sind und die Buchhändler überredet haben, es ins Sortiment aufzunehmen, was natürlich ein Traum war. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich selber nur daheim sitze und Däumchen drehe, allerdings wäre „richtiges“ Marketing ein Vollzeitjob, da bliebe keine Zeit mehr zum Schreiben und außerdem fehlen da einfach auch die finanziellen Ressourcen. Selfpublishing ist ohnehin schon ein sehr teures Hobby, da bleibt nicht mehr viel Werbebudget. Ich versuche daher, dass ich meine wenigen Aktionen sehr gezielt plane. Beispielsweise wird es nach Weihnachten wieder eine Leserunde auf lovelybooks geben. Ich bin einfach ein Fan vom direkten Austausch mit den Leser:innen. Diese „Nahbarkeit“ ist für mich auch ein wichtiger Faktor, wenn es um die Vermarktung geht, daher tausche ich mich auch sehr gerne mit Leser:innen aus, zum Beispiel auf Instagram, wo ich deutlich mehr unterwegs bin als auf Facebook. 

Taufrisch war gestern: Elsa ist ja immer etwas chaotisch unterwegs. Wie sieht es mit dir aus. Kannst du gut aussortieren und dich von Dingen trennen? 

Christina Loböck: Ähm… tja… ich bin eher so eine Sammlerin und trenne mich sehr ungern von Dingen. Und das, obwohl ich lieber Minimalistin wäre und mir gut vorstellen kann, dass ein wenig mehr Ordnung und ein bisschen weniger Krimskrams eine therapeutische Wirkung haben können. Ich bin aber ein wenig von meiner lieben Mama geprägt, die selber auch sehr viele Dinge aufhebt, aus dem einfachen Grund, weil sie ja (in 100 Jahren) mal was wert werden könnten. (Meine Mama schaut sehr gerne „Kunst und Krempel“, was vielleicht einiges erklärt). Tatsächlich habe ich noch Kinder-Ei-Figuren aus den 80gern auf dem Dachboden, darunter auch diesen ominösen Eierlaufschlumpf, der laut Katalog fast 1000 Euro wert sein soll. Meine Mama hat ihrerseits eine etwas makabre Sammlung an „Sterbebildern“ (das sind diese kleinen Kärtchen, die man bei uns bei Begräbnissen als Andenken an den / die Verstorbene/n bekommt). Ihr größter Schatz ist ein Sterbebild von Kaiserin Sisi und ihr ältestes Stück stammt aus dem Jahre 17..schieß-mich-tot – beide sollten auch schon was wert sein. Also, das Credo in meine Familie ist: Lieber aufheben, man könnte es ja noch mal brauchen oder zu Geld machen können…

Taufrisch war gestern: Wie möchtest du leben, wenn du 80 Jahre alt bist?

Christina Loböck: Ich habe da mal eine sehr schöne Vision von einem Freund von mir geschenkt bekommen, der meinte, dass ich mit 80 mit langem, wallenden, grauen Haar in einen seidenen chinesischen Morgenmantel gehüllt und mit grellpinkem Lippenstift in einem wunderschönen Gewächshaus mit Orchideen sitze, in der einen Hand einen Bleistift und in der anderen Hand eine Wedgewood Teetasse gefüllt mit Gin und dann meine Memoiren in ein Notizheft kritzle während ich mit meinen sieben Katzen rede. Ein bisschen so wie Miss Havisham aus Charles Dickens „Great Expectations“ nur weniger verbittert und mit einem tollen Toyboy, der im Schlafzimmer auf mich wartet. Mir gefällt diese Vorstellung sehr gut. Ein bisschen Exzentrik schadet erstens nie und zweitens wäre das Leben sonst ja sehr langweilig. 

Taufrisch war gestern: Welche Eigenschaften schätzt du an Menschen und mit welchem Charakterzug kommst du gar nicht zurecht?

Christina Loböck: Offenheit, Empathie und Humor fallen mir als erstes ein, aber auch der respektvolle Umgang mit Menschen, Tieren und der Umwelt wäre ganz oben auf der Liste. 
Mit oberflächlichen und überheblichen Menschen, die sich und das Leben zu ernst nehmen oder Dauerpessimisten, komme ich dagegen überhaupt nicht klar. Andere von oben herab zu behandeln, weil man sich selbst für etwas Besseres hält, ohne sich vom Gegenteil überzeugen lassen zu wollen, ist für mich ein absolutes No-Go und solche Menschen (Offenheit und Empathie auf meiner Seite hin oder her) möchte ich auch nicht in meinem Leben haben, das wäre mir ehrlich zu anstrengend. 

Taufrisch war gestern: Wenn man schreibt gibt man unweigerlich viel und macht sich verletzlich. Gibt es im Gegenzug auch etwas, das du dir von deinen Lesern wünscht?

Christina Loböck: Dass sie eben das erkennen: Autor:innen (zumindest ich) schreiben manchmal Jahre an ihrem Buch bevor sie sich damit an die Öffentlichkeit trauen. Das „Produkt“ liegt ihnen daher wahrscheinlich mehr am Herzen als dem Bäcker die Semmel, die er fabriziert und verkauft. Als Autor:in stellt man sich mit seinem Buch öffentlicher Kritik, Menschen, die einen nicht kennen, beurteilen plötzlich, was man macht und wie man es macht. Das kann schon beängstigend und nervenaufreibend sein. Eine Buchveröffentlichung ist für einen Autoren immer in etwa so, als wäre man ein Schauspieler, der sich auf die Bühne stellt: Man hofft, dass die Zuschauer am Ende nicht mit Tomaten werfen. Und das wünsche ich mir auch: Dass die Leser:innen ihre Tomaten bitte zu Hause lassen, auch wenn einem ein Buch mal nicht gefällt, was ja durchaus legitim ist. 

Taufrisch war gestern: Liebe Christina ich danke dir für deine interessanten und lustigen Antworten und den kleinen Einblick in die Seele einer Autorin, die einen leichtem Hang zur Exzentrik und zu Toyboys verspürt, und die am liebsten bei Vollmond schreibt …

Hier noch ein kleines Geschenk für Euch: Ladet euch die Kindle-Ausgabe für dieses humorvollen Buches, über diesen Link für 0,99 Euro herunter. So günstig nur für begrenzte Zeit!!!

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Karneval, die fünfte Jahreszeit … Helau, Alaaf, FischElm!

In Hamburg sagt man nöhööö!

Foto:pixaby

Am 11.11. um 11.oo Uhr passiert bei uns in Hamburg Folgendes … nämlich genau gar nichts! Keine Wilden Weiber, die männlichen Vorgesetzten die Krawatten abschneiden, keine Lebensmittel herumwerfenden Prinzenpaare, keine Karnevalsschlachtrufe die eine ungeschulte Norddeutsche erschauern lassen … abgesehen von …

Da ist ein kleines gallisches …, ähm, Dorf in Schleswig-Holstein, namens Elmenhorst. Dort weht die Karnevalsfahne ganz oben am Mast. Diese norddeutsche Enklave rheinländischen Humorverständnisses pflegt den jährlichen Klamauk mit Hingabe. Das ganze Dorf macht mit. Der ortsansässige Tischler, der Ehemann einer guten Bekannten, zimmert jährlich eine neue Kulisse für die örtliche Turnhalle. 

Man hört so oft, die Blasmusik ist heut nicht mehr modern.
Und trotzdem hör ich sie, halt immer wieder gern.
Denn überall, wo Blechmusik erklingt, ihr lieben Leut,
ja da herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit.

(Ernst Hugo Neger)

Es gibt sechs Garden, für normale Menschen erklärt, das sind die Tanzgruppen des Karnevalsvereins. Da wäre natürlich zuerst die „Prinzengarde“, dann die „Showdancer“, die Männertruppe (!) die „Elephants“, dann die „Alten Schachteln“, die Teeniegarde und zum Schluss noch für die ganz Kleinen die „Tanzmäuse“.

Der Neid muss es ihnen lassen, sie verstehen ihr Handwerk, die gemeinsame Leidenschaft für den Karneval schweißt den Ort zusammen. Doch jedes Mal, wenn ich kurz davor bin, mich infizieren zu lassen, brüllt irgendwer im Saal inbrünstig „FischElm, FischElm, FischElm!!!“, was mich dann wieder zurück in die dröge, norddeutsche Wirklichkeit holt. 

Ja da geht’s Humba Humba Humba Täterä Täterä Täterä
Ja da geht’s Humba Humba Humba Täterä Täterä Täterä
Da ruft der ganze Saal dasselbe noch einmal. 

(Ernst Hugo Neger)

Dabei habe ich durchaus eine genetische Disposition für den Karneval. Meine Omi mütterlicherseits ist eine waschechte Rheinländerin. Geboren und aufgewachsen im schönen Boppard am Rhein, liebte sie den Karneval. Die Umzüge und die Sitzungen gehörten zu ihrem Leben und damit auch zu meinem. Zusammen mit meiner Großmutter sah ich mir die Rosenmontagsumzüge an und ich kenne gefühlt jede im Fernsehen übertragene Karnevalssendung seit 1961. Ernst Hugo Neger, der singende Dachdeckermeister, ist gewissermaßen mein karnevalistischer Patenonkel. In diesem Sinne, „Humba, Humba, Täterä“, Freunde.

Und schießt bei uns der Sportverein am Sonntag mal ein Tor,
steht alles auf ‚m Kopf, denn das kommt selten vor. Dann geht es mit Hipp- Hipp- Hurra ins Dorf vom Fußballplatz,
denn im Vereinslokal gibt’s dann Rabatz.

(Ernst Hugo Neger)

Ich saß mit Oma und Opa im Wohnzimmer auf dem Sofa, wir hatten lustige Papphütchen auf und schunkelten zu den Liedern, die auf der Bühne gesungen wurden. Meine Omi übersetzte mir simultan die Büttenreden von „Professor Knickebein“, „Et Botterblömche“ und der „Doofe Noß“. Ich lernte schnell, dass es laut zugehen durfte, dass man inhaltlich auch mal draufhauen durfte und dass einem das verziehen wurde, weil man das in der sogenannten fünften Jahreszeit gemacht hatte. Insgesamt gesehen gehören diese Erlebnisse mit meinen Großeltern wohl zu den schönsten meiner Kindheit.

Ja da geht’s Humba Humba Humba Täterä Täterä Täterä
Ja da geht’s Humba Humba Humba Täterä Täterä Täterä
Da ruft der ganze Saal dasselbe noch einmal.

(Ernst Hugo Neger)

Doch wie es oft im Leben ist, kann alles das ganz anders auf einen wirken, wenn man älter wird und selber teilnehmen muss an einem solchen Event. Mich ereilte dieses Schicksal während meines Volontariats. Zwei Tage vor dem 11.11. teilte mein Chefredakteur mir mit, man habe mich an die Kollegen der Kölner BILD-Redaktion ausgeliehen. Die fünfte Jahreszeit stünde vor der Tür und die Kollegen bräuchten Unterstützung. In Köln habe man, dankenswerter Weise, seine Verbindungen spielen lassen und mir und Jochen, dem anderen Volontär einen Platz auf dem Wagen einer Karnevalsgesellschaft mit einem für norddeutsche Zungen, unaussprechlichen Namen gesichert. Danke nochmal dafür, Folks.

Ich mööch zo Foos no Kölle jonn
Op d′r Düxerbröck bliev ich stonn
Ming Aure luure üvver d’r Ring
Ich muss ming Stadt, mieh Kölle sinn.

(Micky Brühl Band)

Jochen, ein Bremer, und ich kamen also in Köln an, ausgerüstet wie normale Journalisten. Rucksack, Schreibblock, diverse Stifte und ein Handy. Ein Mann mit einem Bunt angemalten Gesicht kam, schüttelte meine Hand und begrüßte mich mit den Worten: „Morjen Joldfasänsche!“ Dann hieb er dem Jochen seine flache Hand zwischen die Schulterblätter und sagte: „Schfreumisch.“ Wie er uns weiterhin sagte, war er der Norbert, sowas wie der Karnevalsumzugsobmann seiner Gilde. 

Unsere Rucksäcke verfrachteten wir in ein anderes Auto, dass den Umzug begleiten sollte, nur die Handys durften wir einstecken. Den „Schreibkrims“ bräuchten wir sowieso nicht, denn jetzt werde erst einmal gefeiert und wir würden das alles sowieso nicht so schnell vergessen. Wie recht er doch hatte, der Norbert.

He weed mer opjenumme
Jebütz un flöck jedröck
Dat jewwe mir hück
Mit nem Leed zoröck

(Micky Brühl Band)

Es folgt nun eine Schilderung der Geschehnisse durch eine durch und durch norddeutsche Seele:

Der Prunkwagen verdiente seinen Namen, soviel Glitzer hatte ich nicht einmal auf Lady Di’s Hochzeit gesehen. Er war besetzt mit lauter Menschen mit Louis-quinze-Perücken, Frauen in viel zu kurzen Röckchen, die Männer in prächtigen Zarenuniformen mit viel zu viel Lametta. Sie haben Jochen und mich mit Bonbons beworfen … ich weiß bis heute nicht wieso … und immer „Strüssje“ und „Alaaf“ gerufen. Sie waren gar nicht zu bremsen. 

Nach gefühlt drei Sekunden mussten wir Jochen verarzten, weil es ihm nicht gelungen war, sich vor einem heranfliegenden „Strüssje“ wegzuducken und er das Dingens ins offene Auge bekommen hatte. In Ermangelung von Coolpacks hatte Jochen sehr schnell die „Piggolösche“ entdeckt und presste sich eine Flasche aufs lädierte Auge.

Ich mööch zo Foos no Kölle jonn
Op d′r Düxerbröck bliev ich stonn
Ming Aure luure üvver d’r Ring
Ich muss ming Stadt, mieh Kölle sinn.

(Micky Brühl Band)

Gelegentlich packte mich jemand an den Schultern oder an der Hüfte und zwang mich, mit ihm auf und ab zu springen. Ich machte einfach mit und hoffte, dass die zwei Piccolos, die ich inzwischen getrunken hatte, bitte, bitte drinnen bleiben würden. Inzwischen sank die Hemmschwelle auf dem Wagen proportional zum Erregungslevel, der sich unaufhaltsam nach oben arbeitete. Mich haben wildfremde Menschen ungebremst auf den Mund geküsst … immer wieder, volle Kanüle. Das wäre eigentlich einen eigenen Hashtag wert gewesen.

Bunt die Stadt un Minsche,
Ejal woher do küss
Ob du Rich bes oder leider
Nix im Büggel häss

(Micky Brühl Band)

Die Fahrt war vorbei und gedanklich suchte ich nach einem Bahnhof, in dem mich einer der durchfahrenden Züge zurück nach Essen hätte fahren dürfen, denn Jochen, meine Mitfahrgelegenheit war knülle und machte ein kleines Nickerchen. Allerdings meinte Norbert, jetzt ginge es doch erst richtig los. Wenn wir die Vereinsfeier nicht erlebt hätten, dann wüssten wir nichts über den Kölner Karneval.

Jochen wurde wachgerüttelt, er schrak hoch und murmelte verschlafen „Mama, so früh…“, was die Dame, die ihn hinter sich herzog einfach weglachte. Wir wurden in ein Vereinsheim in Festsaalgröße verschleppt und ich musste mit einer Frau namens „Funkenmariechen“ Can-Can tanzen. Nicht dass ich das nicht gekonnt hätte aber da war immer dieses bohrende „warum“ in meinem Hinterkopf.

Leeve un Leeve losse
Dat is he Jrundjesetz
Kumm sing mit uns
Wenn du wenn du jenauso föhls 

(Micky Brühl Band)

Die bunten Leute fanden es übrigens unerträglich, dass der Jochen und ich den Festsaal in Alltagsklamotten betreten hatten. Fünf Frauen, allesamt Gattinnen des Vereinsvorstandes, nahmen sich meiner liebevoll an. Den Jochen hatte ich aus den Augen verloren. Was soll ich sagen, etwa 15 Minuten später, saß ich in einem viel zu kurzen Rock, mit einem Make-up im Gesicht, dass einer Dragqueen auf St. Pauli alle Ehre gemacht hätte, an einem Tisch und beteiligte mich rege an einem lustigen Trinkspiel.

Ja und als der Jochen um die Ecke kam, sah er in seinem gelben Anzug und mit seinem Federhut aus, wie eine etwas misslungene Werbefigur für Chicken-McNuggets. Jochen und ich schlossen an dem Abend Freundschaften fürs Leben, mit Leuten, die wir gleich darauf wieder aus den Augen verloren und versprachen uns gegenseitig, dass keiner von uns den anderen schutzlos in dieser Jecken-Umgebung zurücklassen würde. Wir ließen jegliches norddeutsches Understatement fahren, feierten was das Zeug hielt und tranken dem Verein die Cocktailbar leer.

Ich glaube, ich habe heute noch Restalkohol …

Kleiner Nachtrag:

Jochen und ich durften unseren Rausch in Köln ausschlafen. Wir haben es tatsächlich geschafft, unseren Karnevalsreport rechtzeitig ins Blatt zu heben. Einige Fotos von uns haben wir konfisziert, aus Gründen. Es war unser erster und letzter Originalkarneval. Zwei Tage später waren wir wieder in Kettwig, two siblings in crime, Freunde bis heute. Keiner von uns hat bisher über die Kölner Vorfälle geschrieben … sorry Jochen.

Herbstfrühling

Ein Familienroman von Angelika Godau und Luise Klein

Grafik: Fivver

Angelika Godau ist da ein unterhaltsamer und lesenswerter Familienroman gelungen. Es ist nicht immer leicht für die drei Hauptfiguren Oma Inge, Tochter Sarah und Enkeltochter Lara, miteinander auszukommen. 

Oma Inge lebt in der Seniorenresidenz, erzählt gern aus der Vergangenheit. Tochter Sarah wurde von ihrem Mann sitzen gelassen, hat schwer mit der Gegenwart zu kämpfen und Enkeltochter Lara wird von der eigenen Pubertät überrollt, dass es nur so kracht. Davon haben dann alle etwas. 

Der Umgang der Drei untereinander ist manchmal etwas rau, gegenseitige Verletzungen blockieren oft das Miteinander. Angelika Godaus lockerer Erzählweise ist es zu verdanken, dass das Buch trotzdem nie zu ernst wird und immer eine gute Portion Humor mitliefert. 

Bald ändern sich die Lebensumstände. Oma Inge erlebt den Herbstfrühling, Tochter und Enkelin halten dazu mit ihrer Meinung natürlich nicht hinterm Berg … doch allmählich wächst das Verständnis füreinander. Ach wisst ihr was? Lest es doch einfach selber, ich gebe für den Herbstfrühling meine Leseempfehlung.

Ich habe Angelika für euch interviewt. Meine Fragen hat sie auf ihre originelle Art, sehr ehrlich beantwortet. Schaut doch mal rein ins Interview.

Wer ist Angelika Godau?

Angelika Godau hat eine spannende, wendungsreiche Vita. Geboren in Oberbayern, aufgewachsen im schönen Detmold, später nach Köln gezogen und ihr Herz für immer an diese Stadt verloren. Journalistin, später Studium der Psychologie und eigene Praxis in Mannheim. Ein fast 10-jähriger Aufenthalt in der Türkei sensibilisierte sie für das Elend von Hund und Katze. Seither gilt ihr Engagement dem Tierschutz. In „Ein Streuner mit Sommersprossen“ schildert sie für ihren „halben Herdenschutzhundes, Ben“ humorvoll den Sprung vom italienischen Straßenhund auf die Couch der Zivilisation. Danach erscheinen ihre drei „Granny-Bände“ (Gmeiner-Verlag) und dann in jährlichem Abstand fünf Pfalzkrimis um den Dürkheimer Privatdetektiv Detlev Menke und seinen cleveren Dackel Alligator, genannt Alli. 

Mit dem vorliegenden Buch hat sie sich an ein ganz neues Genre gewagt und schreibt begeistert bereits an einer Fortsetzung. Godau lebt heute mit ihrem Mann, den beiden Hunden Linda und Sam und Katze Maya in Europas Rosenstadt Zweibrücken. 

Foto: Thomas Füßler

Wer ist die Co-Autorin Luise Klein?

Luise Klein im Juli 2007 im schönen Heidelberg geboren, besucht die 9. Klasse eines Zweibrücker Gymnasiums, liebt ihren Hamster „Rüpel“, zofft sich gern mit ihrem jüngeren Bruder Lutz und ist aktives Mitglied bei den „Pfadfindern“. Auch wenn sie bisher noch keinen konkreten Berufswunsch hat, das Mitschreiben an diesem Buch hat ihr viel Spaß gemacht. Der Part der ebenfalls 14-jährigen Lara klingt daher sehr nach ihr. Außerdem verbindet sie, neben dem Schreibtalent, noch etwas ganz Besonderes mit Angelika Godau. Was das ist, erfahrt ihr im anschließenden Interview.

Interview mit Angelika Godau

Taufrisch war gestern: Angelika, man kennt dich ja in erster Linie als erfolgreiche Krimi-Autorin. Was hat dich dazu veranlasst das Genre zu tauschen und einen Familienroman zu schreiben?

Angelika Godau: Zum Krimi bin ich erst recht spät gekommen. Angefangen habe ich mit „wenn Wirbel aus dem Lot geraten“ einem Fachbuch für Interessierte Laien. Also etwas für Menschen mit Rückenproblemen. Das war sehr erfolgreich, hat sich extrem gut verkauft. Trotzdem habe ich an ein weiteres Buch nicht gedacht, bin erst mal für fast acht Jahre in die Türkei „ausgewandert“.

Dort wurde ich dann mit dem Elend von Hund und Katze konfrontiert und habe mich stark im Tierschutz engagiert. Als ich zurück nach Deutschland kam, habe ich mir einen Hund aus dem Tierschutz geholt, einen Herdenschutzhund, meinen Ben. Einen wunderbaren, nie vergessenen Freund, der leider im letzten Jahr mit fast 14 verstorben ist. Ihm habe ich mein zweites Buch gewidmet: „Ein Streuner mit Sommersprossen“. Eigentlich ein Muss für Besitzer von Auslandshunden.🙈

Danach habe ich eine Trilogie geschrieben, die ich bis heute sehr liebe. Die Granny-Bände, leider sind sie im völlig falschen Genre rausgebracht worden und daher wenig erfolgreich.😥Jetzt gerade ist es mir aber gelungen, meine Rechte vom Verlag zurückzubekommen. Ich werde sie sehr sorgfältig überarbeiten und dann neu veröffentlichen. Ob im SelfPublishing oder einem Verlag wird sich zeigen. Es sind wirklich Perlen, komisch, anrührend , berührend, romantisch und historisch korrekt. Ich weiß; Bescheidenheit ist eine Zier, aber sie sind wirklich toll.🥰

Ja, danach war wieder  Pause, aber dann habe ich mit meinen Krimis angefangen, von denen im Juli der fünfte erschienen ist. Das hat mir erst mal gereicht, zumal der Markt mit Regiokrimis ja förmlich überschwemmt wird. Jedes Dorf hat mittlerweile seinen eigenen Mörder.🤣Darum jetzt eben mal einen Familienroman und das hat so viel Spaß gemacht, dass ich an einer Fortsetzung arbeite.

Taufrisch war gestern: Was hat dich dazu getrieben in die Türkei auszuwandern? Das klingt spannend.

Ich wollte immer gern ins Warme, dahin, wo immer die Sonne scheint. Damals kam so viel zusammen: Mein Vater starb, meine Kinder hohen aus, mein Mann hatte die Möglichkeit, in denvorzeitigen Ruhestand zu gehen, meine Praxiswuchs mir über den Kopf … da sind wir „ausgestiegen“, aber mit Vorsicht und Bedacht. Haben eine kleine Wohnung in Deutschland behalten, alles alles andere hier beibehalten, also Kranken – Versicherungen und so. Zum Glück, denn wir haben viele Menschen  kennengelernt, die alle Zelte hinter sich abgebrochen hatten und dann große Probleme bekamen, gern zurückwollten und nicht konnten. Wir sind 8 Jahre geblieben, dann kam das erste Enkelkind und plötzlich war die Sonne nicht mehr so wichtig♥️

Taufrisch war gestern: Du schreibst dieses Buch ja zusammen mit deiner Koautoren Luise Klein. Wer ist sie und warum schreibst du dieses Buch in Kooperation?

Also, Luise ist meine zauberhafte Enkelin und da sie im passenden Alter wie meine Prota Lara ist, habe ich sie gefragt, ob sie mir helfen würde, die Lara wirklich gut klingen zu lassen. Hat sie hervorragend gemacht🤣

Taufrisch war gestern: Deine Figuren in diesem Buch sind wie aus dem Leben gegriffen. Wieviel steckt von dir in Inge Berger oder ist alles nur Fiktion?

Von mir absolut gar nichts. Ich bin völlig anders, würde auch völlig anders reagieren. Nur so manche Zweifel, die hätte ich vielleicht auch☺️Ich bin aber nicht so unsicher wie Inge, vor allen Dingen kenne ich mich sehr gut mit der neuen Technik aus und bin in den Sozialen Medien durchaus zuhause.

Taufrisch war gestern: Wie sieht dein idealer Tag aus?

Ich stehe gern früh auf. Spätestens um halb sieben begrüße ich meine Tiere und checke meine Nachrichten. Dann gehe ich mit meinem Hund Sam Gassi. Je nachdem, was anliegt, arbeite ich ein bis zwei Stunden am aktuellen Werk. Dann wird gekocht, ich koche nämlich gut und sehr gern. Probiere ständig neue Gerichte aus und mein Mann muss das dann essen.🤣Nach dem Essen brauche ich eine Stunde Schlaf, schon immer. Das liebe ich einfach, danach kann ich sehr konzentriert weiterarbeiten. Dann Treffen mit Freunden, der Familie, Einkaufsbummel oder mal schön Essen gehen, am liebsten zum guten Italiener. Ich liebe die italienische Küche.

Taufrisch war gestern: Wir haben zwei harte Jahre hinter uns. Was sind aus deiner Sicht die größten gesellschaftlichen Herausforderungen denen wir uns stellen müssen?

Oh je, das ist eine schwere Frage. Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kinder dieses Trauma verarbeiten, verpasste Schulzeiten aufholen können, dass keiner den Anschluss verliert und auf der Strecke bleibt. Auch sollten möglichst viele der kleinen Betriebe Hilfe bekommen, nicht nur die großen. Na ja und dann sollten wir zukünftig dafür Sorgen, dass eine solche Herausforderung unsere Gesellschaft nicht so spalten kann. Vielen Verwirrten wurde einfach zu viel Raum gegeben, die Menschen zu wenig aufgeklärt.

Wir brauchen wieder mehr Miteinander, weniger Gegeneinander. Ich bin ja eine Mimikama, also mehr Fakten als Fakenews.

Taufrisch war gestern: Wenn Zeitreisen möglich wären, in welche Zeit würdest du reisen und gibt es jemanden, den du dort gerne treffen würdest?

Unbedingt in die Zukunft, nicht in die Vergangenheit, so toll war die meist nicht, auch wenn wir sie teilweise verklären. Ich will wissen, wie es mit der Erde und der Menschheit weitergeht, ob wir die Kurve noch kriegen und wie?

Taufrisch war gestern: Wie gehst du mit Kritiken, Positiven und Negativen um? 

Ehrlich? Ich habe kein so dickes Fell, wie es manchmal aussehen mag. Ich nehme mir ungerechte Kritik schon sehr zu Herzen. Also, wenn jemand sagt: Du schreibst doch nur Scheisse, dann trifft mich das. Sagt jemand, das und das hat mir nicht so gefallen weil…dann ist das was anderes. Lob mag ich natürlich, davon hat’s früher, als ich ein Kind war, sehr wenig gegeben.

Taufrisch war gestern: Kannst du gut verzeihen? Oder gibt es etwas, dass für dich unverzeihlich wäre?

Ich habe viele Fehler, ich bin z. B. nicht sehr geduldig, aber ich bin ein treuer Freund. Wen ich mag, für den gehe ich durchs Feuer. Dem nehme ich auch selten etwas richtig übel. Ich sage, was los ist und damit ist das Thema für mich erledigt. Anders sieht das aus, wenn mich jemand wirklich hintergeht, also so richtig. Dann ist der für mich erledigt. Ist mir aber erst einmal passiert, obwohl ich echt grenzenlos vertrauensselig bin. Misstrauen gehört einfach nicht zu meinem Charakter.

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Das mißverstandene NEIN!

Foto: pixaby

Ich bin nun schon älter und meine Töchter sind junge Frauen. Ich hätte mir wirklich gewünscht, dass wir in unserer Gesellschaft weiter wären, als es augenscheinlich der Fall ist. Wünschenswert wäre eine Gesellschaft in der emanzipierte Frauen der Regelfall wären, genauso wie emanzipierte Männer, für die der Begriff Respekt nicht nur untereinander etwas gilt. Ich wünschte mir eine Welt, in der das Miteinander im Vordergrund steht und nicht der Machtkampf zwischen den Geschlechtern, eine Welt in der meine Töchter nicht um ihre körperliche Unversehrtheit oder sexuelle Selbstbestimmtheit fürchten müssten.

Vor allem aber wäre mir wichtig gewesen, meine Töchter in eine Erwachsenenwelt zu schicken, in der sie Schutz und Solidarität finden könnten, wären sie sexuellen Übergriffen ausgesetzt gewesen, in der man ihnen Glauben schenken würde, wenn sie von solchen Übergriffen erzählen würden. Die Ereignisse um einen bekannten deutschen Comedian, dem von seiner Ex-Freundin sexuelle Übergriffe vorgeworfen wurden, zeigen zurzeit erschreckend deutlich, wie wenig unsere Gesellschaft in der Lage ist, Frauen auf angemessene Art und Weise zu begegnen, die von so einschneidenden und schrecklichen Ereignissen berichten.

Der SPIEGEL hat ausführlich über diesen Fall berichtet. Den gesamten Spiegel-Artikel findet ihr HIER. Die junge Frau hatte Anzeige erstattet und die Staatsanwaltschaft hatte den Vorwurf überprüft. Wie der SPIEGEL berichtete, habe die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Vergewaltigung eingestellt, „weil sie nicht davon ausgehe, dass der Beschuldigte aufgrund der vorliegenden Beweise verurteilt werden würde.“ So und nun dürft ihr mal raten, auf welche Art und Weise dieses Juristendeutsch in der öffentlichen Diskussion interpretiert wird….

Angefangen mit dem beschuldigten Comedian, der sich noch vor der SPIEGEL-Veröffentlichung entschloss, seine bis dahin gewahrte Anonymität aufzugeben und sich auf Instagram in einem Video an seine Fans und Kollegen wandte und sagte: “ … eine Staatsanwaltschaft hat das dann geprüft, sogar eine Generalstaatsanwaltschaft … das ist also in zwei Instanzen geprüft worden … und beide kamen zu dem exakt gleichen Ergebnis, nämlich dass hier kein Tatverdacht vorliegt …“ Was soll ich sagen – ES LEBE DER KLEINE UNTERSCHIED!

Was der Comedian den Staatsanwaltschaften da in den Mund legt, klingt quasi wie ein Freispruch. Das ist aber nicht das, was der SPIEGEL aus der Ermittlungsakte, die der Redaktion nach eigenem Bekunden vorlag, zitiert hat. Nicht davon auszugehen, dass der Beschuldigte aufgrund der vorliegenden Beweise, verurteilt werden würde, heißt NICHT, dass die Frau lügt, etwas erfunden hat oder wie die Verteidigung des Comedians behauptet, „Scheinerinnerungen“ hat. Es bedeutet lediglich, dass zurzeit aufgrund der vorliegenden Beweise kein Urteil gefällt werden kann. Es bedeutet aber auch, dass das Ermittlungsverfahren unter bestimmten Bedingungen wieder eröffnet werden könnte, wenn sich die Beweislage, etwa durch neue Zeugenaussagen, ändern würde. Dieser Einstellungsbescheid stellt weder die Schuld noch die Unschuld eines Beschuldigten fest.

Solche Fehlinterpretationen, warum auch immer man sie veröffentlichen mag, gehören zu den Dingen, die man in solchen Fällen regelmäßig in den sozialen Medien findet. Es wird mit juristischen Begriffen herumhantiert, dass einem schwindelig werden kann, in der Regel leider ohne dass die Nutzer dieser Begriffe wissen, was sie bedeuten, welche rechtlichen Wirkungsraum sie haben und welche rechtlichen Folgen sich daraus ergeben könnten.

Genauso unerklärlich ist mir der Reflex, sich mit Schmackes schützend vor den potentiellen Täter zu werfen und gleichzeitig das potentielle Opfer zu verunglimpfen, ohne zum Beispiel Einblick in die Ermittlungsakte gehabt zu haben. Da genügt offenbar ein „Ich kenne dich schon jahrelang“ für eine Expertise und ein „Bro, ich glaube dir jedes Wort“. Ich frage mich in diesen Fällen immer, warum man sich als Kumpel nicht mal die 4 bis 5 Sekunden nimmt, zu überlegen, was man mit solchen Aussagen, die ja immer implizieren, das potentielle Opfer habe gelogen, wohl mit einer missbrauchten Frau macht, wenn bei dem Lieblings-Buddy wirklich mal etwas schief gelaufen sein sollte.

Bitte nicht falsch verstehen, ich habe großes Verständnis dafür, dass man als Freund*in eines Beschuldigten erst einmal aus allen Wolken fällt und ungläubig ist, weil man diese Person anders kennengelernt hat. Dann sollten diese Menschen ihre Solidarität aber so ausdrücken, dass sie nicht gleichzeitig das potentielle Opfer verunglimpfen. In diesem Zusammenhang wird von Laien oft die „Unschuldsvermutung“, wieder ein juristisches Prinzip, zitiert. Und sie haben recht, ein Täter hat ein Anrecht darauf als unschuldig zu gelten, bis in einem Prozess etwas anderes bewiesen wurde und er rechtskräftig verurteilt wurde (stark vereinfacht dargestellt). Die Unschuldsvermutung fordert, dass dem beschuldigten Mann aus der momentanen Situation keine Nachteile entstehen dürfen. Die Unschuldsvermutung ist aber ganz klar kein Freispruch vom Tatvorwurf und das interpretieren Viele leider falsch.

Was Freunde und Unterstützer potentieller Täter dabei leider häufig außer Acht lassen ist, dass diese Unschuldsvermutung auch für das potentielle Opfer gilt. Genau deshalb sollten diese Leute, die ja auch nur Außenstehende sind und beim Geschehen nicht dabei waren, es tunlichst unterlassen das potentielle Opfer als Lügnerin zu bezeichnen, auch nicht zwischen den Zeilen. Deshalb könnten sie den „Bro“, wenn sie es ernst meinten mit ihrer Freundschaft, trotzdem stärken. Zum Beispiel wenn sie sagen würden: „Junge, egal was damals zwischen euch passiert ist, du bekommst von mir die Hilfe, die du brauchst.“ Habe ich in der Art aber noch von niemandem gehört. Vielleicht weil sich so die Grundbedingungen für die Unterstützung zu drastisch verschieben würden?

Und alles das kann geschehen, weil sich in unserer Gesellschaft immer noch hartnäckig das Gerücht hält, dass wenn es darum geht, Grenzen einzuhalten und Respekt zu zeigen, ein NEIN nicht immer so ernst gemeint ist, dass Frauen eigentlich selber gar nicht wüssten, was sie wollten und was nicht. Solange Befindlichkeits-Sprüche wie, „man weiß ja bald gar nicht mehr, was man darf und was nicht“, gesellschaftstauglich bleiben und dazu führen, dass Männer für ihre Übergriffigkeiten nicht zur Rechenschaft gezogen werden, haben wir noch eine Menge Aufklärungsarbeit vor uns.

Wenn, wie in dem Kölner Fall, die Frau berichtet, der Mann habe sie gepackt und auf dem Bett hin- und her geschüttelt und er habe das hinterher damit begründet, er habe alle negativen Gedanken (sie hatte nein gesagt) aus ihr herausschütteln wollen, wie kann man das auch nur für eine Sekunde als akzeptables Verhalten ansehen. Selbst die abgeschwächte Form, die der Comedian eingeräumt hatte, er habe sie „ganz fest umarmt“ damit alles Negative aus ihr verschwinden würde, ändert an der Ungeheuerlichkeit nichts. Welche abgehobene Arroganz, die Frau sagt nein und anstatt zu sagen, „okay Schatz, dann ein anderes Mal“, treibt man ihr das einfach aus.

Ich frage mich tatsächlich, wie es immer noch sein kann, dass softpornografische Männerfantasien, wie etwa die Behauptung „ein besonderer Blick der Frau habe ihn dazu animiert“, trotz des deutlich ausgesprochenen NEINS, erst richtig loszulegen, mehr Glauben und Verständnis entgegengebracht wird, als der schlüssigen Schilderung einer Frau, darüber wie ein Mann sie brutal missbraucht hat.

Für diejenigen die es nicht verstehen (wollen?), ich erkläre euch das Mal. Im Grunde ist das ganz einfach. Egal wo, egal wann, egal in welcher Situation, ein NEIN ist ein NEIN und keine beliebig interpretierbare Verwirrung eines Mädchens oder einer Frau. Ein NEIN lässt keinen Raum für Irrtümer.

Wie weit darf man gehen … ein Pferd und eine Reiterin im Ausnahmezustand

Foto: pixaby

Man hätte ihr das Gold nicht mehr nehmen können…, hieß es übereinstimmend in der Olympia-Berichterstattung. Die Rede ist von Annika Schleu, sie führte nach dem Fechten und dem Schwimmwettbewerb mit 551 Punkten. Hätte sie ein gutes Ergebnis beim Sprungwettbewerb hinzufügen können, wäre ihr die Goldmedaille sicher gewesen. Und dann bekam sie DIESES Pferd. Saint Boy, so hieß das Pferd, war panisch, außer Rand uns Band, nicht mehr zu lenken. Die Reiterin selbst, verlor die Nerven und brach auf dem Rücken des Pferdes, in einen Weinkrampf aus.

Von Zorn und Frustration überwältigt

Angestachelt von der Bundestrainerin, schlug sie wiederholt mit der Gerte auf das Pferd ein, gab ihm die Sporen. Bundestrainerin Kim Raisner feuerte sie an: „Hau mal richtig darauf.“ Und unterstützte ihre Aufforderung mit einem Faustschlag auf die linke Flanke des Pferdes. Doch Saint Boy geriet in Panik und zeigte den Pferdeexperten, dass man mit einem Fluchttier so nicht umgehen darf. Er verweigerte, wie schon bei einer russischen Reiterin vorher, die Hindernisse und rannte mit der heulenden Schleu auf dem Rücken in den nächsten Ochser.

Goldmedaille verloren, den guten Ruf gleich mit

Scheu musste den Springwettbewerb abbrechen … aus der Traum vom Gold. Die Athletin völlig aufgelöst, ob dieses Verlustes, ohne den Blick auf das Leiden ihres Pferdes zu richten. Vor der letzten Disziplin, dem sogenannten Laser Run, einem Kombinationswettkampf, in dem die Disziplinen Laufen und Schießen direkt nacheinander durchgeführt werden, habe sie, so Scheu, ihre Armbanduhr, bei den Trainern abgegeben: „Ich hatte schon gesehen, dass da fiese Nachrichten in meine Richtung angekommen waren. Das war schon heftig … das wollte ich mir vor dem Wettkampf nicht antun…“ Das Prinzip von Rücksichtnahme war ihr also bekannt, sie kam nur nicht auf die Idee, dass Saint Boy das in gleichem Maße verdient hatte wie sie … traurig.

Shitstorm und Drohungen

Um es deutlich zu machen. Dass die Reiterin jetzt in den sozialen Medien bedroht und beschimpft wird finde ich nicht angemessen und es hilft den Pferden nicht. Eine sachliche, an der Realität orientierte Kritik muss aber möglich sein. Wenn Gewalt ausgeübt wird, dann darf man das auch deutlich verurteilen, sonst ändert sich für die Zukunft nichts.

Keine Einsicht, keine Reue

Was mich bei diesem olympischen Reitdrama in der Nachbetrachtung am meisten schockiert und angewidert hat, ist das absolut fehlende Reflektionsvermögen bei der Reiterin Scheu: Die deutschen Reiter seien als einfühlsame Reiter bekannt, die mit den Pferden bonden könnten … sie sei zu keinem Zeitpunkt brutal zu dem Pferd gewesen … die Gerte sei abgepolstert gewesen … man hätte ihr ein Tauschpferd zugestehen sollen … der Tierarzt hätte den Wallach nicht … und letztlich habe sie nur auf Anweisung der Bundestrainerin gehandelt …

Sie sei unter extremen Stress an ihre mentalen Grenzen gestoßen, ist zwar ein Erklärungsversuch für ihr Verhalten, kann aber keine akzeptable Entschuldigung für Gewalttätigkeit sein. Ein Pferd ist ein schätzenswertes Lebewesen und kein Tennisschläger, den mann wütend in die Ecke knallen kann, wenn es mal nicht so läuft, wie geplant.

Das Pferd als unpersönliches Sportgerät

In allen Interviews redet Annika Schleu immer nur von „dem Pferd“, niemals nennt sie den Wallach, den sie geschlagen hatte beim Namen … emphatisch wirkt das nicht. Es wirkt auch nicht so, als habe sie besonders viel Ahnung von Pferden oder wenigstens etwas Zuneigung zu den Tieren. Moderner Fünfkampf habe nichts mit Reitsport zu tun, die Pferde seien nur Transportmittel für die Teilnehmer, eine Bindung zwischen Reiter und Pferd bestünde nicht, kein Vertrauen, man könne „denen“ ebenso einen Roller in die Hand geben, kommentierte Goldmedaillengewinnerin Isabell Werth die Vorgänge beim modernen Fünfkampf und man möchte ihr beipflichten.

Sicher ist, dass das Reglement dieser Sportart grundlegend überdacht werden muss. Die modernen Fünfkämpfer reisen nicht mit eigenen Pferden zu solchen Wettkämpfen an. Die Tiere auf denen sie reiten müssen, sind ihnen gänzlich fremd, trotzdem müssen sie auf dem Parcour zusammen Hochleistungen erbringen. Die Pferde werden den Sportlern zugelost. In der Theorie könnte eine Reiterin wie Annika Schleu auch auf ein Ersatzpferd zugreifen. Allerdings müsste der Turniertierarzt das zugeloste Pferd vorher als nicht einsatzfähig einstufen. Das hat der zuständige Tierarzt in Tokio nicht getan.

Verantwortungsgefühl ist der Schlüssel

Vor diesem Hintergrund scheint es, als sei Annika Schleu Gefangene eines schlechten Regelwerks. Irgendwie ist es sicherlich auch so. Doch das entbindet sie und ihre Kollegen doch nicht von der moralischen Verpflichtung, sich auch um das Wohl der Pferde auf denen sie reiten zu kümmern. In diesem Fall, wäre es nicht wie Schleu es darstellte „die eleganteste Lösung“ gewesen, ihr ein Tauschpferd zur Verfügung zu stellen. Nein. Die eleganteste Lösung wäre es gewesen, sie hätte die Kraft gehabt den Sprungwettbewerb abzubrechen, bevor auch nur der erste Hieb mit der Gerte auf das Hinterteil ihres Pferdes niedergesaust wäre. Das Ergebnis wäre dasselbe gewesen. Keine Goldmedaille aber dafür eine unbeschädigte Reputation.

Es wird Zeit, dass alle an dieser Sportart Beteiligten ihre Verantwortung sehen und ausfüllen. Der Verband, der die Regeln ändern muss, aber auch die Athleten, die sich nicht länger hinter einem mangelhaften Regelwerk verstecken dürfen und nicht zuletzt die Pferdebesitzer, die ihre Tiere für diese Tortur zur Verfügung stellen. Solange das nicht erledigt wurde, sollte der Moderne Fünfkampf, wie ich finde, aus dem olympischen Programm genommen werden.

Was wäre wenn…

Bei allem sollten aber auch wir Zuschauer ehrlich mit uns selber bleiben. Denn was wäre gewesen, wenn Annika Schleu vom Pferd gestiegen wäre und den Wettbewerb abgebrochen hätte? Nun, ich denke, sie hätte wahrscheinlich große Schwierigkeiten in den eigenen Reihen, die Sportberichterstattung wäre gespalten und in den sozialen Medien würden sich Einige aufführen, als habe sie ihnen das Konto leergeräumt … Da fängt dann unsere Verantwortung an, solche Sportler, die auch mal auf eigenen Ruhm verzichten könnten, mit unseren Reaktionen zu stärken.

Lesen für den Wiederaufbau – Hilfe für ein Flutopfer

+++Hilfeaufruf und unbezahlte Werbung+++

In diesem Artikel geht es um gute Bücher aber in der Hauptsache geht es darum, Hilfe zu leisten und zu unterstützen. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an meine Rezension des Buches „Potsdamer Ganoven“ von Karin Joachim, dass sie unter dem Pseudonym Hanna C. Bergmann geschrieben hat. Meine ausführliche Rezension zu Karins zuletzt erschienenen Buch „Potsdamer Ganoven“ findet ihr HIER. In diesem Artikel findet Ihr auch einen Direktlink zum Buch. Karin hat mir damals ein wunderbares Interview gegeben. Eine gute Chance für Euch, die Autorin ein wenig kennenzulernen.

Ein Zuhause mit Totalschaden

Karin wohnt in Ahrweiler, im sonst so wunderschönen Ahrtal, einer von der Hochwasserkatastrophe brutal betroffenen Region.  Als das Wasser kam, kam es mit Wucht und zerstörte alles, was sich Karin und ihr Mann bisher aufgebaut hatten. Das Haus steht zwar noch, ist aber unbewohnbar und ob sie dort jemals wieder leben können, ihr Zuhause wieder bewohnbar machen können, weiß noch niemand. Die Verwüstungen sind zu groß, der entstandene Schaden zu unüberschaubar. 

Endlich ein Lebenszeichen

Die finanzielle Seite mag man gar nicht beleuchten, da schnürt es einem die Kehle zu. Das Wasser hat alles mit sich gerissen, den Rest hat der Schlamm unter sich begraben. Gestern erst konnte sich Karin auf Facebook zurückmelden. Mir sind tonnenweise Steine vom Herzen gefallen, ich hatte mir große Sorgen gemacht. Sie und ihr Mann sind in der Eifel untergekommen, im Ahrtal gibt es immer noch keinen Strom, kein Handynetz, keine Versorgung. Ein Ende dieses Zustandes ist noch nicht abzusehen. Karin berichtete, wie sie und ihr Mann sich und ihren Border Terrier Gustav, buchstäblich im letzten Moment in Sicherheit bringen konnten.

Sie beschrieb die Verwüstungen: „Es ist eine ganz furchtbare Katstrophe! Unser Haus ist derzeit unbewohnbar. Wir haben alles verloren, sind aber noch in letzter Minute aus dem Haus rausgekommen …… Die Erlebnisse der Nacht kann ich noch immer nicht richtig in Worte fassen. Unsere Stadt und das Ahrtal sind zerstört. Es sieht aus wie nach einem Krieg. Wir haben geschuftet wie die Wahnsinnigen. Die Schlammmassen sind enorm.“

Und weiter schrieb Karin: „So viele von euch fragen, was ihr tun könnt. Das ist wirklich lieb. Aber ich kann es euch gerade gar nicht sagen. Wenn ihr ein wenig Werbung für meine Bücher machen würdet, wäre das eine große Hilfe. Nicht unbedingt für die, die im Ahrtal spielen, das wäre irgendwie komisch, finde ich …… Das würde mir zumindest ein wenig von den finanziellen Sorgen nehmen. 1000 Dank!!!“

#LesengegendieFlut

Ich möchte Euch nun bitten zu helfen. Jedes gekaufte Buch hilft Karin beim Wiederaufbau ihres Lebens. Jeder Buchkauf motiviert Karin, weiter zu machen und jedes verkaufte Buch sichert Karin die Fortführung ihrer Serien.

Karin schreibt wundervolle Bücher. Es sind spannende Krimis, die uns in vergangene Zeiten mitnehmen. Ihre Protagonisten haben Herz und Seele. Was sie erleben ist historisch wasserdicht belegt, denn Karin recherchiert ihre Bücher akribisch. Ihre Bücher sind unterhaltsam, fesselnd geschrieben und man erfährt so unfassbar viel über die sozialen Hintergründe und Lebensumstände, die zu dieser Zeit vorherrschten. 

#BücherfürdenWiederaufbau

Karins Bücher „Großstadtflüstern“ und „Domschattenträume“, erschienen im Gmeiner Verlag, liegen auf meinem Schreibtisch. Eigentlich wollte ich sie ganz normal rezensieren. Eine Rezension schreibe ich normalerweise nur, wenn ich ein Buch auch vollständig gelesen habe. Doch normal ist zurzeit gar nichts. Ich mache eine Ausnahme. Für die gute Qualität von Karins Büchern verbürge ich mich. Wenn ich die Bücher durchgelesen habe schreibe ich sicher noch einmal eine „normale Rezension“, die auch etwas mehr auf den Inhalt eingeht. 

Karin hat in ihrem Facebookpost auch ihre Ahr-Krimiserie erwähnt. Ich entspreche hier ihrem Wunsch und stelle erst einmal keine Direktlinks zu diesen Büchern ein. Ihr findet diese Bücher aber auf Karins Autoren-Seite des Gmeiner Verlages. Im Herbst erscheint der vierte Teil der Ahrserie, spätestens dann werde ich Euch auch diese Bücher vorstellen.

Bevor ich Euch nun die Links zu Karins Büchern einstelle, habe ich noch eine Bitte an Euch. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr eure Reichweite in euren sozialen Medien nutzen würdet und diesen Artikel teilen könntet. Je mehr Bücher wir an den Mann und die Frau bringen, desto leichter wird es Karin fallen, einige der entstandenen Schäden aus eigener Kraft zu beseitigen.

Köln 1927. Hin- und hergerissen zwischen Familie und den glänzenden Verlockungen der Reichshauptstadt fiebert Karolina Offermann ihrer Volljährigkeit entgegen. In Berlin lernt sie berühmte Schauspieler und Regisseure kennen und wähnt sich am Ziel ihrer Träume. Doch als die Polizei den Tod ihrer Mutter neu aufrollt, rückt Karolinas glanzvolles Leben als Filmstar in den Hintergrund. Während die Ermittlungen Unglaubliches zutage bringen, droht sie auch noch die Liebe ihres Lebens zu verlieren …

8 Juli 2020
sofort lieferbar

416 Seiten, 13,5 x 21 cm, Klappenbroschur PremiumBuch 16,– € / E-Book 11,99 €*

ISBN 978-3-8392-2718-3

Ihr könnt das Buch direkt beim Gmeiner Verlag bestellen und zwar HIER

Köln-Marienburg 1926: Karolina Offermann träumt von einer Filmkarriere im fernen Berlin. Doch die Sehnsucht nach einem selbstbestimmten Leben kollidiert mit den Vorstellungen ihres Vaters. Der Fabrikant hat einen anderen Weg für sie vorgesehen. Allen Hindernissen zum Trotz nimmt sie unentdeckt von ihm Schauspielunterricht. Als er dies erfährt, eskalieren die familiären Konflikte und münden in eine Tragödie. Und der Traum vom Film rückt in immer weitere Ferne.

Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag

5 September 2018
sofort lieferbar

384 Seiten, 13,5 x 21 cm, PaperbackBuch 15,– € / E-Book 6,99 €*

ISBN 978-3-8392-2305-5

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Stars in Gummi-Stiefeln

Die Gartentricks der Prominenten

Dieses unterhaltsam und humorvolle Buch fängt eigentlich mit einem Ende an. Der Autor Frank Gerdes, Society-Reporter, zuhause auf den roten Teppichen im In- und Ausland, fest gebuchter, von manchen Promis gefürchteter Gast auf Galas und Preisverleihungen, wird durch einen Burnout gezwungen seine Karriere zu beenden.

Was jetzt klingt wie eine nicht mehr aufzuhalten Katastrophe, entpuppt sich für den ehemaligen People Journalisten mit einem Terminkalender, so dick wie das Telefonbuch von Berlin, als Chance seine Prioritäten zu überdenken, seine Abläufe neu zu sortieren und so wie es momentan aussieht, ein glücklicheres Leben zu führen. Wie schön, dass er gute Freunde hatte, die schon wussten, wie heilend Gartenarbeit für die Seele sein kann.

Mit den Worten , mach dir mal die Hände schmutzig, schickte keine geringere als Musical-Star Angelika Milster, den rastlosen Journalisten, in den Garten zum Umgraben. Mit jedem Spatenstich, nimmt Frank Gerdes uns mit auf seine schillernd, bunte Reise zu seinem neuen, entspannterem Ich. Ehrlich und humorvoll schildert er, welche Klippen er umschiffen musste, berichtet von Erfolgen und Stolpersteinen und über die Gärten von Showgrößen wie Jutta Speidel, Marlène Charell und Dagmar Koller … ein Stück vom alten Leben ist also geblieben.

Alles zusammengenommen, ergibt dieses Buch eine wilde Mischung aus soliden Gartentipps, einer erstaunlichen und mutmachenden Lebensgeschichte und Klatsch. Ich sage es mal so, wenn ihr wie ich zu den Leuten gehört, die im Wartezimmer beim Arzt gerne mal in den Klatschblättern stöbern, dann ist dieses Buch für Euch geschrieben worden. Ich habe es verschlungen.

Der Autor

Frank Gerdes, Jahrgang 1971, wuchs in Emden in Ostfriesland auf. Frank und ich kennen uns schon sehr lange. Wir waren vor mehr als 20 Jahren zusammen in der Crew 11 der Springer Journalistenschule und haben uns mit viel Energie und Humor durch das Volontariat gekämpft. Und wie es oft nach dem Abschluss einer Ausbildung ist, gingen wir danach unserer Wege. 

Als Reporter arbeitete er für die GALA, Bunte und SuperIllu. Für die Berliner B.Z. verfasste er eine tägliche Klatsch-Kolumne, für „Das neue Blatt“ und „Das Neue“ schnüffelte er als Chefreporter im Privatleben von Stars und Sternchen und berichtete ausführlich über das Leben in königlichen Palästen. Vor einigen Jahren stieg er aus dem Promizirkus aus und bloggt seitdem über sein neues Leben als Gartenfan und Medienberater in seinem Bookazine Franks kleiner Garten. Sein neues Projekt heißt Stengel & Strauch, Franks kleiner GartenPodcast und da arbeiten wir zwei jetzt zusammen und sabbeln über unsere gemeinsame Leidenschaft, den Garten.

Foto: frankskleinergarten.de

Interview mit Frank Gerdes:

Taufrisch war gestern: Angenommen, ein Fernsehsender würde Dir 30 Minuten Sendezeit schenken. Was würden wir von Dir dort zu sehen bekommen?

Auf alle Fälle meinen Garten. Der Garten ist mir ungemein wichtig. Er hat mir durch die schlimmste Zeit in meinem Leben geholfen. Ich hatte ein Burnout. Ohne den Garten hätte ich das sicherlich nicht so einfach überstanden. Du weisst ja, dass schon die Ärzte im alten Ägypten psychisch Kranken Gartenarbeit verordnet haben. Auch die wussten: Ein Garten – egal wie groß – hat heilende Kräfte. Außerdem bin ich mittlerweile mächtig stolz auf meinen kleinen Garten. Ich finde, er wird von  Jahr zu Jahr schöner. Gerade lege ich zwei neue große Beete an, eine zusätzliche Terrasse ist just fertig geworden und 200 Buchsbäumchen warten nun darauf als Beetumrandung gesetzt zu werden. Von den Rosen, Dahlien, Hortensien, Funkien, Clematis und den Astilben, die gerade in den Startlöchern stehen und bald gepflanzt werden, will ich erst gar nicht anfangen.

Taufrisch war gestern: Welche Rolle spielt Dein Golden Retriever Bruno in Deinem Leben?

Irgendwer hat mir mal erzählt, dass ein Golden Retriever einen mindestens einmal am Tag zum Lachen bringt. Und es stimmt. Bruno schafft das. Ob das nun morgens ist, wenn er mich mit einem liebevollen Stubser weckt oder abends, wenn er mit mir auf dem Sofa kuschelt oder schnarchend zu meinen Füßen schläft. Macht mich etwas wütend oder regt mich auf, ist Bruno sofort mit seinem Stofftier im Maul zur Stelle, um mich wieder auf zu heitern. Ist Bruno der Meinung, ich benötige dringend frische Luft, lockt er mich mit seinem typischen Golden Retriever-Lächeln aus dem Arbeitszimmer hinaus in den Garten oder zu einem längeren „Power Walking“ in den Wald hinter meinem Haus.  Ein Leben ohne Bruno ist zwar möglich, aber ich kann’s mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen.

Taufrisch war gestern: „Wertschätzung“ ist zurzeit in den Medien ein häufig zitierter Begriff. Wie würdest Du diesen Begriff definieren?

Meiner Meinung nach hat „Wertschätzung“ sehr viel mit Respekt zu tun – Respekt, dem anderen Menschen gegenüber, aber auch den Tieren, den Pflanzen, der Natur insgesamt. Wir sollten lernen auch die Dinge wieder wert zu schätzen. Zu viel wird heute zu schnell weggeschmissen, dabei kann man es sehr gut weiter verwenden. Ich erlebe das oft im Garten: Die Plastiktöpfe in denen die Pflanzen stecken, die ich gerade gekauft habe, landen bei mir nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verwertet. Immerhin ziehe ich mittlerweile viele Pflanzen selber und dafür kann man diese Töpfe sehr gut gebrauchen. Oder die alten Salongardinen aus dem Haus meiner Eltern. Die hänge ich im Sommer über meinen Kirschbaum. Die halten nun die Vögel von den Früchten fern. Ich fälle auch nicht einfach einen Baum, nur weil er mir zu groß geworden ist oder mir nicht mehr gefällt. Und muss doch mal einer weg, dann schneide ich mir zwei oder drei Triebe heraus, aus denen ich Setzling ziehe und so neue Bäume werden. Oder Unser Weihnachtsbaum. Der wird nach dem Fest auch nicht einfach von der Müllabfuhr abgeholt. Der wird im Garten weiter verwertet: Zuerst schnippel ich die Zweige ab. Das Reisig dient dann meinen Rosen als Winterschutz. Der Stamm wird anschließend in Stücke gesägt und an kalten Tagen im Ofen verfeuert. Ist der Winter vorbei, werden die Tannenzweige schließlich gehäckselt und landen als Mulch unter meiner Rotbuchenhecke.  Das nenne ich „Wertschätzung“.

Taufrisch war gestern: Wie möchtest Du leben, wenn Du 80 Jahre jung bist?

Am liebsten gesund. Wie wichtig Gesundheit ist, erfahren wir doch gerade in dieser unwirklichen Zeit. Also würde ich dann gerne gesund mit meinem ebenfalls gesunden Mann auf unserer Terrasse sitzen und während ich die aktuellen Nachrichten oder ein gutes Buch lese, mit ihm zusammen bei schönstem Sonnenschein eine tolle Kanne Ostfriesentee trinken. 

Taufrisch war gestern: Lieber Frank, eine von vielen Eigenschaften, die ich an Dir schätze ist, dass Du immer gerade raus sagst, was Du denkst. Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen?

Eigentlich ist es in der Hauptsache das direkte, ehrliche, offene. Ich mag keine Intrigen, kein Gerede hinterm Rücken des anderen oder diese beleidigten und schmollenden Leberwürste. Fürchterlich. Nein, ich schätze die direkte, offene Auseinandersetzung mit klaren Worten. Da kann’s auch gerne mal so richtig knallen. Danach ist die Luft aber wieder gereinigt, das Problem vom Tisch. Dann ist alles wieder gut. Das ist natürlich nix für nachtragende Menschen. Aber so einer bin ich ja nicht. Vielleicht ist das einer der Gründe, weswegen ich vor allem so gut mit Chefredakteuren wie Patricia Riekel, Franz Josef Wagner, Jochen Wolff oder Florian von Heintze klar gekommen bin. Alle samt nicht die einfachsten Menschen. Die haben nicht lange gefackelt. Die haben Dir ziemlich fix und unverblümt gesagt, was sie nicht gut finden. Naja, da ich mir nie die Butter vom Brot nehmen ließ, gab’s natürlich auch Kontra. So konnte es schon mal richtig laut werden. Aber letztlich saßen wir später zusammen und haben einen Wein oder ein Bier zusammen getrunken. Keiner hat’s persönlich genommen. Ich schon gar nicht. Es ging schließlich immer nur um die Sache – also den Artikel, die Reportage oder das Interview. Aber ich habe es auch anders erlebt: Mobbing von Oben. Hintenrum. Ganz mies. Da konntest Du nix machen, weil die entsprechende Chefredakteurin nicht alleine agierte, sondern noch Helfer hatte. Das war nicht schön. Ne, wirklich nicht. Darum noch einmal: Das offene, direkte und ehrliche Wort steht bei mir ganz hoch im Kurs. Immer noch. Nach all den Jahren und den schlechten Erfahrungen um so mehr.

Taufrisch war gestern: Kannst Du gut verzeihen?

Im Großen und Ganzen bin ich überhaupt nicht nachtragend. Wie schnell ich verzeihe, hängt allerdings ganz davon ab, was man mir, meinem Mann oder Bruno angetan hat. In den meisten Fällen verpufft meine Wut nach einer Entschuldigung ziemlich fix. Allerdings muss ich zugeben: Es gibt da so zwei oder drei Menschen aus meiner Vergangenheit, die sollten mir heute besser nicht über den Weg laufen. Auch wenn das Leben eigentlich zu kurz ist, um lange wütend zu sein, mit diesen Personen hätte noch einiges zu klären. Schuld daran ist vor allem mein Sinn für Gerechtigkeit. Ich mag eben kein Mobbing, keine Lügen und keine Intrigen. 

Taufrisch war gestern: Eine Frage muss ich Dir, dem ehemaligen Klatschreporter natürlich stellen. Könntest Du dir vorstellen, wieder einmal Promi-Interviews auf dem roten Teppich zu führen?

Nein, diese Zeit ist für mich definitiv vorbei. Auch wenn’s damals spannend und sehr aufregend war. Ich bin mittlerweile einfach zu alt für diesen Zirkus. Natürlich erinnere ich mich gerne daran. Immerhin durfte ich mit der Queen zu Abend essen, tanzte auf der Hochzeit von Fürst Albert und seiner Charlene, lernte hochrangige Politiker kennen oder trank mit Hollywoodstars auf den Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin. Das war wirklich ein buntes Leben. Heute ist das in diesem Stil nur noch für ganz wenige Reporter möglich. Die Verlage sind einfach nicht mehr bereit das zu bezahlen. Nein, auf dem roten Teppich arbeiten, kann ich mir wirklich nicht mehr vorstellen. Was ich mir aber noch vorstellen könnte, dass wären tolle Reportagen oder Interviews. Exklusiv. Privat. Vielleicht über und in den Gärten der Stars?

Taufrisch war gestern: Frank ich danke Dir für das Interview, wir sehen uns ja bald in meinem kleinen Chaos-Garten für unsere nächste Podcastfolge.

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Gärtnern Frauen anders als Männer?

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Sind Frauen Garten-Tüddeltrinen, die nicht genug Trödel, Zinkeimer oder andere Dekoteile im Garten haben können? Oder sind Männer Grobmotoriker, die nur so etwas wie Gartenglück empfinden können, wenn sie großes Gerät durch Hecken und Beetflächen fräsen lassen können?

Mein Kollege Frank Gerdes und ich haben mal über die Aufgabenverteilungen der Geschlechter bei der Gartenarbeit diskutiert. Gibt es sie wirklich oder sind unsere Gärten die zurzeit einzig waren Räume für echte Gleichberechtigung.

Omas vergessene Gartentipps

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Als Frank und ich uns neulich auf einen Kaffee getroffen haben, waren wir mal ganz nostalgisch. Wir kommen beide aus Familien, bei denen Gartenarbeit zum täglichen Leben gehörte. Also haben wir mal unsere Familiengeheimnisse ausgetauscht. Dabei geht es um Kaffeesatz, Zitronenschalen, Brennnesseln und abgelegte Nylonstrümpfe.

Das klingt nach Hexenküche, meint Ihr? Da liegt Ihr gar nicht so falsch. Lasst Euch mal von unseren Rezepten für einen gesunden und üppig blühenden garten überraschen.