Stars in Gummi-Stiefeln

Die Gartentricks der Prominenten

Dieses unterhaltsam und humorvolle Buch fängt eigentlich mit einem Ende an. Der Autor Frank Gerdes, Society-Reporter, zuhause auf den roten Teppichen im In- und Ausland, fest gebuchter, von manchen Promis gefürchteter Gast auf Galas und Preisverleihungen, wird durch einen Burnout gezwungen seine Karriere zu beenden.

Was jetzt klingt wie eine nicht mehr aufzuhalten Katastrophe, entpuppt sich für den ehemaligen People Journalisten mit einem Terminkalender, so dick wie das Telefonbuch von Berlin, als Chance seine Prioritäten zu überdenken, seine Abläufe neu zu sortieren und so wie es momentan aussieht, ein glücklicheres Leben zu führen. Wie schön, dass er gute Freunde hatte, die schon wussten, wie heilend Gartenarbeit für die Seele sein kann.

Mit den Worten , mach dir mal die Hände schmutzig, schickte keine geringere als Musical-Star Angelika Milster, den rastlosen Journalisten, in den Garten zum Umgraben. Mit jedem Spatenstich, nimmt Frank Gerdes uns mit auf seine schillernd, bunte Reise zu seinem neuen, entspannterem Ich. Ehrlich und humorvoll schildert er, welche Klippen er umschiffen musste, berichtet von Erfolgen und Stolpersteinen und über die Gärten von Showgrößen wie Jutta Speidel, Marlène Charell und Dagmar Koller … ein Stück vom alten Leben ist also geblieben.

Alles zusammengenommen, ergibt dieses Buch eine wilde Mischung aus soliden Gartentipps, einer erstaunlichen und mutmachenden Lebensgeschichte und Klatsch. Ich sage es mal so, wenn ihr wie ich zu den Leuten gehört, die im Wartezimmer beim Arzt gerne mal in den Klatschblättern stöbern, dann ist dieses Buch für Euch geschrieben worden. Ich habe es verschlungen.

Der Autor

Frank Gerdes, Jahrgang 1971, wuchs in Emden in Ostfriesland auf. Frank und ich kennen uns schon sehr lange. Wir waren vor mehr als 20 Jahren zusammen in der Crew 11 der Springer Journalistenschule und haben uns mit viel Energie und Humor durch das Volontariat gekämpft. Und wie es oft nach dem Abschluss einer Ausbildung ist, gingen wir danach unserer Wege. 

Als Reporter arbeitete er für die GALA, Bunte und SuperIllu. Für die Berliner B.Z. verfasste er eine tägliche Klatsch-Kolumne, für „Das neue Blatt“ und „Das Neue“ schnüffelte er als Chefreporter im Privatleben von Stars und Sternchen und berichtete ausführlich über das Leben in königlichen Palästen. Vor einigen Jahren stieg er aus dem Promizirkus aus und bloggt seitdem über sein neues Leben als Gartenfan und Medienberater in seinem Bookazine Franks kleiner Garten. Sein neues Projekt heißt Stengel & Strauch, Franks kleiner GartenPodcast und da arbeiten wir zwei jetzt zusammen und sabbeln über unsere gemeinsame Leidenschaft, den Garten.

Foto: frankskleinergarten.de

Interview mit Frank Gerdes:

Taufrisch war gestern: Angenommen, ein Fernsehsender würde Dir 30 Minuten Sendezeit schenken. Was würden wir von Dir dort zu sehen bekommen?

Auf alle Fälle meinen Garten. Der Garten ist mir ungemein wichtig. Er hat mir durch die schlimmste Zeit in meinem Leben geholfen. Ich hatte ein Burnout. Ohne den Garten hätte ich das sicherlich nicht so einfach überstanden. Du weisst ja, dass schon die Ärzte im alten Ägypten psychisch Kranken Gartenarbeit verordnet haben. Auch die wussten: Ein Garten – egal wie groß – hat heilende Kräfte. Außerdem bin ich mittlerweile mächtig stolz auf meinen kleinen Garten. Ich finde, er wird von  Jahr zu Jahr schöner. Gerade lege ich zwei neue große Beete an, eine zusätzliche Terrasse ist just fertig geworden und 200 Buchsbäumchen warten nun darauf als Beetumrandung gesetzt zu werden. Von den Rosen, Dahlien, Hortensien, Funkien, Clematis und den Astilben, die gerade in den Startlöchern stehen und bald gepflanzt werden, will ich erst gar nicht anfangen.

Taufrisch war gestern: Welche Rolle spielt Dein Golden Retriever Bruno in Deinem Leben?

Irgendwer hat mir mal erzählt, dass ein Golden Retriever einen mindestens einmal am Tag zum Lachen bringt. Und es stimmt. Bruno schafft das. Ob das nun morgens ist, wenn er mich mit einem liebevollen Stubser weckt oder abends, wenn er mit mir auf dem Sofa kuschelt oder schnarchend zu meinen Füßen schläft. Macht mich etwas wütend oder regt mich auf, ist Bruno sofort mit seinem Stofftier im Maul zur Stelle, um mich wieder auf zu heitern. Ist Bruno der Meinung, ich benötige dringend frische Luft, lockt er mich mit seinem typischen Golden Retriever-Lächeln aus dem Arbeitszimmer hinaus in den Garten oder zu einem längeren „Power Walking“ in den Wald hinter meinem Haus.  Ein Leben ohne Bruno ist zwar möglich, aber ich kann’s mir beim besten Willen nicht mehr vorstellen.

Taufrisch war gestern: „Wertschätzung“ ist zurzeit in den Medien ein häufig zitierter Begriff. Wie würdest Du diesen Begriff definieren?

Meiner Meinung nach hat „Wertschätzung“ sehr viel mit Respekt zu tun – Respekt, dem anderen Menschen gegenüber, aber auch den Tieren, den Pflanzen, der Natur insgesamt. Wir sollten lernen auch die Dinge wieder wert zu schätzen. Zu viel wird heute zu schnell weggeschmissen, dabei kann man es sehr gut weiter verwenden. Ich erlebe das oft im Garten: Die Plastiktöpfe in denen die Pflanzen stecken, die ich gerade gekauft habe, landen bei mir nicht auf dem Müll, sondern werden weiter verwertet. Immerhin ziehe ich mittlerweile viele Pflanzen selber und dafür kann man diese Töpfe sehr gut gebrauchen. Oder die alten Salongardinen aus dem Haus meiner Eltern. Die hänge ich im Sommer über meinen Kirschbaum. Die halten nun die Vögel von den Früchten fern. Ich fälle auch nicht einfach einen Baum, nur weil er mir zu groß geworden ist oder mir nicht mehr gefällt. Und muss doch mal einer weg, dann schneide ich mir zwei oder drei Triebe heraus, aus denen ich Setzling ziehe und so neue Bäume werden. Oder Unser Weihnachtsbaum. Der wird nach dem Fest auch nicht einfach von der Müllabfuhr abgeholt. Der wird im Garten weiter verwertet: Zuerst schnippel ich die Zweige ab. Das Reisig dient dann meinen Rosen als Winterschutz. Der Stamm wird anschließend in Stücke gesägt und an kalten Tagen im Ofen verfeuert. Ist der Winter vorbei, werden die Tannenzweige schließlich gehäckselt und landen als Mulch unter meiner Rotbuchenhecke.  Das nenne ich „Wertschätzung“.

Taufrisch war gestern: Wie möchtest Du leben, wenn Du 80 Jahre jung bist?

Am liebsten gesund. Wie wichtig Gesundheit ist, erfahren wir doch gerade in dieser unwirklichen Zeit. Also würde ich dann gerne gesund mit meinem ebenfalls gesunden Mann auf unserer Terrasse sitzen und während ich die aktuellen Nachrichten oder ein gutes Buch lese, mit ihm zusammen bei schönstem Sonnenschein eine tolle Kanne Ostfriesentee trinken. 

Taufrisch war gestern: Lieber Frank, eine von vielen Eigenschaften, die ich an Dir schätze ist, dass Du immer gerade raus sagst, was Du denkst. Welche Eigenschaften schätzt Du bei anderen Menschen?

Eigentlich ist es in der Hauptsache das direkte, ehrliche, offene. Ich mag keine Intrigen, kein Gerede hinterm Rücken des anderen oder diese beleidigten und schmollenden Leberwürste. Fürchterlich. Nein, ich schätze die direkte, offene Auseinandersetzung mit klaren Worten. Da kann’s auch gerne mal so richtig knallen. Danach ist die Luft aber wieder gereinigt, das Problem vom Tisch. Dann ist alles wieder gut. Das ist natürlich nix für nachtragende Menschen. Aber so einer bin ich ja nicht. Vielleicht ist das einer der Gründe, weswegen ich vor allem so gut mit Chefredakteuren wie Patricia Riekel, Franz Josef Wagner, Jochen Wolff oder Florian von Heintze klar gekommen bin. Alle samt nicht die einfachsten Menschen. Die haben nicht lange gefackelt. Die haben Dir ziemlich fix und unverblümt gesagt, was sie nicht gut finden. Naja, da ich mir nie die Butter vom Brot nehmen ließ, gab’s natürlich auch Kontra. So konnte es schon mal richtig laut werden. Aber letztlich saßen wir später zusammen und haben einen Wein oder ein Bier zusammen getrunken. Keiner hat’s persönlich genommen. Ich schon gar nicht. Es ging schließlich immer nur um die Sache – also den Artikel, die Reportage oder das Interview. Aber ich habe es auch anders erlebt: Mobbing von Oben. Hintenrum. Ganz mies. Da konntest Du nix machen, weil die entsprechende Chefredakteurin nicht alleine agierte, sondern noch Helfer hatte. Das war nicht schön. Ne, wirklich nicht. Darum noch einmal: Das offene, direkte und ehrliche Wort steht bei mir ganz hoch im Kurs. Immer noch. Nach all den Jahren und den schlechten Erfahrungen um so mehr.

Taufrisch war gestern: Kannst Du gut verzeihen?

Im Großen und Ganzen bin ich überhaupt nicht nachtragend. Wie schnell ich verzeihe, hängt allerdings ganz davon ab, was man mir, meinem Mann oder Bruno angetan hat. In den meisten Fällen verpufft meine Wut nach einer Entschuldigung ziemlich fix. Allerdings muss ich zugeben: Es gibt da so zwei oder drei Menschen aus meiner Vergangenheit, die sollten mir heute besser nicht über den Weg laufen. Auch wenn das Leben eigentlich zu kurz ist, um lange wütend zu sein, mit diesen Personen hätte noch einiges zu klären. Schuld daran ist vor allem mein Sinn für Gerechtigkeit. Ich mag eben kein Mobbing, keine Lügen und keine Intrigen. 

Taufrisch war gestern: Eine Frage muss ich Dir, dem ehemaligen Klatschreporter natürlich stellen. Könntest Du dir vorstellen, wieder einmal Promi-Interviews auf dem roten Teppich zu führen?

Nein, diese Zeit ist für mich definitiv vorbei. Auch wenn’s damals spannend und sehr aufregend war. Ich bin mittlerweile einfach zu alt für diesen Zirkus. Natürlich erinnere ich mich gerne daran. Immerhin durfte ich mit der Queen zu Abend essen, tanzte auf der Hochzeit von Fürst Albert und seiner Charlene, lernte hochrangige Politiker kennen oder trank mit Hollywoodstars auf den Filmfestspielen in Cannes, Venedig und Berlin. Das war wirklich ein buntes Leben. Heute ist das in diesem Stil nur noch für ganz wenige Reporter möglich. Die Verlage sind einfach nicht mehr bereit das zu bezahlen. Nein, auf dem roten Teppich arbeiten, kann ich mir wirklich nicht mehr vorstellen. Was ich mir aber noch vorstellen könnte, dass wären tolle Reportagen oder Interviews. Exklusiv. Privat. Vielleicht über und in den Gärten der Stars?

Taufrisch war gestern: Frank ich danke Dir für das Interview, wir sehen uns ja bald in meinem kleinen Chaos-Garten für unsere nächste Podcastfolge.

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege vonTaufrisch war gestern und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.

Gärtnern Frauen anders als Männer?

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Sind Frauen Garten-Tüddeltrinen, die nicht genug Trödel, Zinkeimer oder andere Dekoteile im Garten haben können? Oder sind Männer Grobmotoriker, die nur so etwas wie Gartenglück empfinden können, wenn sie großes Gerät durch Hecken und Beetflächen fräsen lassen können?

Mein Kollege Frank Gerdes und ich haben mal über die Aufgabenverteilungen der Geschlechter bei der Gartenarbeit diskutiert. Gibt es sie wirklich oder sind unsere Gärten die zurzeit einzig waren Räume für echte Gleichberechtigung.

Omas vergessene Gartentipps

Neues vom Garten-Podcast Stengel & Strauch

Als Frank und ich uns neulich auf einen Kaffee getroffen haben, waren wir mal ganz nostalgisch. Wir kommen beide aus Familien, bei denen Gartenarbeit zum täglichen Leben gehörte. Also haben wir mal unsere Familiengeheimnisse ausgetauscht. Dabei geht es um Kaffeesatz, Zitronenschalen, Brennnesseln und abgelegte Nylonstrümpfe.

Das klingt nach Hexenküche, meint Ihr? Da liegt Ihr gar nicht so falsch. Lasst Euch mal von unseren Rezepten für einen gesunden und üppig blühenden garten überraschen.

Das Ding mit den Bienchen und den Blümchen

Interview mit Imkerinnen in der neuen Podcastfolge auf Stengel &Strauch

Der Frank hat sich mit zwei Imkerinnen aus seiner Nachbarschaft unterhalten und dabei haben sie nicht nur leckeren Honig, sondern der Frank auch ein paar sehr interessante Informationen aus den Beiden „herausgeschleudert“.

Ich jedenfalls muss wohl einmal mein persönliches Verhältnis zu Buchsbaum überdenken. Statusentwicklung ist im Moment so, ich … wie soll ich’s sagen … finde ihn doof … er nervt irgendwie … nimmt meinen Blühpflanzen den Platz weg … ich schäme mich ein bisschen … okay, einen kann ich ja auch mal pflanzen … angeblich blüht er, sagen die Imkerinnen … aber dann schneide ich ihn in Form … ein Plan reift …

Viel Spaß beim Zuhören.

Ein Garten für den Hund

Neue Podcastfolge bei Stengel & Strauch

Finley liebt seinen Garten und wir lieben Finley.

Neulich haben sich mein Kollege Frank und ich uns wieder mal so’n Büschen verquatscht. Das läuft immer so, wenn wir uns sehen, denn wir teilen ja nicht nur unsere Liebe zu unseren Gärten, sondern auch die Liebe zu unseren Goldenrüden Bruno und Finley. Natürlich spielt bei uns neben der Optik im Garten auch die Sicherheit unserer Hunde eine große Rolle. Und ein ganz klein bisschen, das muss ich ja zugeben, sucht das Gärtnerherz in uns auch nach Lösungen, wie wir unsere Neuanpflanzungen vor unseren Hunden in Sicherheit bringen können.

Ich erzähle Euch unter anderem, wie ich Finley beigebracht habe, dass er mir meine Beete nicht verwüstet. Zugegeben, keine elegante Lösung und um Protesten schon mal vorzugreifen … natürlich war Finley nie alleine an der langen Leine im Garten, ich seine Gesellschaftsdame, war immer dabei. Ich war damals noch unerfahren und konnte so entspannter mit ihm trainieren, weil ich mich nicht um irgendein Leinengezerre kümmern musste. Na und der Frank bietet Euch einen sehr deftigen Lösungsvorschlag zum Thema Löcher buddeln … aber ich will vorab nicht zu viel verraten … mehr Tipps und Geschichten könnt Ihr in unserer Podcastfolge hören an. Ich würde mich tierisch freuen, wenn Ihr mal vorbeihört….

Wenn Ihr noch weitere Fragen zu Gartenthemen habt, dann forstet doch mal Franks Bookazine „Franks kleiner Garten“ durch. Dort findet Ihr viele Tipps und unterhaltsame Artikel für jede Jahreszeit.

Der April macht was er will, Dein Garten braucht Dich

Neue Folge im Podcast Stengel & Strauch

Mein Kollege Frank ist Gartenexperte. In der neuen Podcast Folge habt Ihr ihn ganz für Euch allein, ohne dass ich ständig dazwischen sabbel. Er erzählt Euch welche Dinge Ihr unbedingt im April noch erledigen solltet, damit euer Garten sich die kommenden Monate wunschgemäß entfalten kann.

Auch wenn das Wetter im Moment bei mir zuhause noch nicht mitspielt, nehme ich mir Franks Tipps zu Herzen. Wenn Ihr Lust habt, dann hört doch mal rein. Übrigens, wenn alles läuft wie geplant, dann gibt es die nächste Folge mit Frank und mir schon Ende April. Ich google jetzt mal „Mondphiolen“ und dann hole ich mal die Forke aus dem Gartenschuppen…

Sentimental Journey oder Opas Regentonne darf nicht sterben

Mein Mann sitzt auf der Terasse und hört mich, wie ich auf meiner Computertastatur tippe. Er fragt: „Was machst Du gerade?“ Ich antworte: „Ich schreibe über unsere Regentonne.“ Er dreht sich um und wirft mir einen sehr besorgten Blick zu. Sagen tut er nichts, denn er hat schon lange verstanden, wann es besser ist, die Dinge einfach laufen zu lassen. Guter Mann!

Wie sollte ich ihm auch auf die Schnelle erklären, warum mir an einer angerosteten Regentonne, von der gefühlte 5 Schichten Farbanstrich abblättern, so viel liegt. Das ist so ein sentimentales Ding hatte ich gesagt, als wir das Eisenfass aus dem Garten meiner Mutter geholt hatten. „Hmmm“, hatte er dazu gesagt, seinen Blick skeptisch auf mein Objekt der Begierde gerichtet. Meine Mutter wollte das, aus ihrer Sicht, nutzlose und hässliche „Genöök“ entsorgen. Dieser Gedanke hatte meiner Seele einen schmerzhaften Stich versetzt. Schwer zu verstehen – ich weiß.

Nun steht sie in unserem Garten und wartet darauf, dass mir ein zündender Gedanke kommt, welche Rolle sie später in unserem kleinen Gartenparadies spielen darf.

Gonna make a sentimental journey, gonna set my heart at ease …

(Text und Song: Warner Chappell Music Inc.)

Mit der Sentimentalität ist es ja manchmal eine ganz merkwürdige Sache. Während es bei den meisten Menschen Gedanken an ihre erste Liebe, den ersten Kuss oder DAS erste Mal braucht, um sentimental zu werden, genügt bei mir schon ein Blick auf die alte Regentonne meines Opas. Sie ist schon sehr alt und stand ursprünglich bei meinen Großeltern im Garten. Mein Großvater hatte sie einmal getreu seinem Motto „Nur nichts umkommen lassen“, von einer Baustelle mitgebracht.

Mein Opa war Tischler und in der Nachkriegszeit machten er und seine Jungs beim Wiederaufbau unserer schönen Stadt für manches Großprojekt die Fenster, Türen oder Treppen. Wenn Material auf dem Bau entsorgt werden sollte, dann packte mein Großvater zu – natürlich mit Erlaubnis! Oft wurde, wie wir in Hamburg sagen, dabei so’n büschen geschintscht. „Du kannst das einpacken Hans, wenn Du den ander’n Kroam ook wechbringst.“ Eine Hand wusch die andere. Die Tonne, sollte eigentlich auf den Müll. Zuhause überlegte mein Großvater es sich anders. „De Tünn is heil, die geit noch“, sagte er.

Gonna make a sentimental Journey, to renew old memories…

(Text und Song: Warner Chappell Music Inc.)

Ein geeigneter Platz für die Tonne, war schnell gefunden. Hinter dem Wohnhaus meiner Großeltern stand noch ein kleineres zweistöckiges Gerätehaus. In der unteren Etage, war im hinteren Teil der Öltank für die Heizungsanlage eingelagert, im vorderen Teil hatten Rasenmäher, Fahrräder, Heckenschere und alle anderen Gerätschaften ihren Platz. Im Spitzdach des Häuschens, wohnten die Brieftauben meines Großvaters. Er war ein leidenschaftlicher Taubenzüchter. 

An der Rückwand des Gerätehäuschens rankte eine wunderschöne dunkelrote Kletterrose die Wand hoch. Gleich daneben war das Fallrohr der Regenrinne und dort sollte die Regentonne ihren Dienst antreten.

Im Innenhof wurde die Tonne gesäubert, mit Rostschutz versehen und bekam dann ihren ersten Anstrich. Dann stand sie da, in Omas Rosenbeet. Von dem Moment an hatten mein Großvater und ich ein Ritual. Jeden Abend im Hochsommer gingen wir mit unseren Gießkannen zu unserer Regentonne und schöpften Wasser ab. Dann gossen wir die Rosen, Gladiolen, Primeln und was sonst noch so blühte auf Omas reich bepflanzten Beeten. Mein Großvater erklärte mir dann, wie man die einzelnen Pflanzen, die wir begossen hatten, weiter pflegen musste, wie man Samenkapseln abnahm und wann man die neu gewonnenen Samen aussäen musste, damit der Garten im neuen Jahr wieder so schön wurde, wie im vergangenen.

Never thought my heart could be so yearny, why did I decide to roam …

(Text und Song: Warner Chappell Music Inc.)

Als meine Großeltern ihr großes Grundstück verkaufen mussten, weil die Stadt direkt vor ihrem Haus eine Brücke baute, brach für mich meine kleine, heile Welt zusammen.  Meine Großeltern, beide schon über siebzig Jahre alt, kauften sich ein neues, kleineres Grundstück und bauten darauf noch einmal ein Haus. Das war ein schwieriges Unterfangen.  Welche Erinnerungen konnte man in diesem doch schon fortgeschrittenen Alter hinter sich lassen, ohne daran zu zerbrechen? Das alte Haus hatte mein Urgroßvater mit seinen eigenen Händen gebaut und es war dank der guten Pflege meiner Großeltern, noch immer gut in Schuss. Es war eigentlich unersetzbar.

Got my bag, got my reservation, spent each dime I could afford
Like a child in wild anticipation, long to hear that all aboard…

(Text und Song: Warner Chappell Music Inc.)

Doch ich schweife ab. Natürlich nahm Opa die Regentonne mit in seinen neuen Garten. Im hinteren Grundstücksteil hatte er ein Holzhäuschen für seine Tauben gebaut, seine geliebten Tiere zogen natürlich mit ins neue Leben. Die Tonne bekam ihren Platz neben dem Taubenhäuschen und fing nun das Regenwasser auf, dass dort auf das Dach prasselte. So konnten mein Großvater und ich unser Blumen-Gieß-Ritual fortsetzen. Die Regentonne war für mich immer ein wenig mehr als altes Eisen, sie symbolisierte für mich ein Stückchen vom alten Paradies.

Als meine Großeltern verstorben waren, zog meine Mutter in das neue Haus ein. Sie verkaufte die Tauben, was ich verstehen konnte. Wenn diese Tiere nicht die eigene Leidenschaft sind, machen sie einfach zu viel Arbeit. Dann funktionierte sie das Taubenhäuschen zu einem Geräteschuppen um. Das ist bis heute so. Als sie als nächstes die alte Regentonne entsorgen wollte, protestierte ich. Damals studierte ich noch, hatte keinen eigenen Garten und war darauf angewiesen, dass meine Mutter das gute Stück für mich aufhob. Und das tat sie. Eigentlich wundert mich das bis heute, denn meistens setzte sie sich über solche Sentimentalitäten hinweg.

Countin‘ every mile of railroad track that takes me back, gotta take that sentimental journey, sentimental journey home …

(Text und Song: Warner Chappell Music Inc.)

Irgendwann hatte meine Mutter Opas Regentonne dann in Rente geschickt und ein moderneres Wiederverwertungssystem für Regenwasser installiert. Aber sie hatte sie aufbewahrt. Also stand die Regentonne ein paar Jahre gesäubert und gut eingepackt auf der hinteren Terrasse meiner Mutter und wartete darauf, dass ich sie dort wegholte. Jetzt steht sie in der Arbeitsecke unseres Gartens, immer noch gut eingepackt und wartet zusammen mit meinem Mann darauf, dass mir ein zündender Gedanke kommt, was ich nun aus ihr machen werde.

Mir schwirren ein paar wilde Ideen durch den Kopf, ein konkreter Plan fehlt noch, die Entscheidung ist noch offen. Natürlich könnte ich sie schlicht wieder als Regentonne in Gebrauch nehmen, ich möchte aber eine Lösung finden, die ein wenig kreativer ist. Ich könnte einen Bartisch aus ihr machen oder sie bepflanzen, irgendetwas mit Wasser vielleicht … da hinten liegt doch noch ein alter Quellstein … Ihr seht, da sind noch viele Einfälle zu sondieren …

Ach, wisst ihr was – helft mir doch einfach. Schreibt mir eure Ideen zu Opas Regentonne doch einfach in die Kommentare. Mich würde das wirklich freuen…

Glossar

Genöök: Im Norden meint man damit umgangssprachlich unnützes Zeug.

schintschen: Ursprünglich meint das Wort das Handeln und die illegalen Tauschgeschäfte auf dem Schwarzmarkt in der Nachkriegszeit.

Bin im Garten

Ein Jahr wachsen und wachsen lassen

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Der Sommer zeigt sich gerade von seiner guten Seite und das macht Mut, mal wieder etwas im Garten zu tun. Das bedeutet für mich, dass ich zuerst einmal meine Gartenbücher aus dem Regal hole und mir ein paar Anregungen für meine geplanten Beetverschönerungen hole.

Ich mag Gartenbücher sehr, sie helfen mir über die gartenkargen Monate im Winter hinweg. Es gibt für mich nichts Gemütlicheres, als mit einem Pott Kaffee und einem guten Gartenbuch auf dem Sofa zu sitzen und beim Lesen ab und zu in meinen Garten zu schauen und vor meinem Auge dann vor Blüten wogende Staudenbeete entstehen zu lassen.

Mein neues „Gartenbuch“, eine Liebeserklärung

Natürlich ist es mit den Gartenbüchern, wie mit allen Leidenschaften. Man braucht immer mal wieder etwas Neues. Beim letzten Streifzug durch meinen örtlichen Bücherladen ist mir das Buch „Bin im Garten“ von Meike Winnemuth in die Hände gefallen. Da mir ja das erste Buch, dass ich von dieser Autorin gelesen hatte schon so gut gefallen hatte (Rezension HIER), habe ich sofort zugeschlagen. 

Pfingsten stand vor der Tür, nach Meike Winnemuths innerem Kalender der Frühsommer, wenn ich es richtig verstanden habe. Eine gute Gelegenheit, dieses Buch zu lesen. Morgens, bevor die Sonne in den Garten wandert, ich stehe gerne früh auf, dick eingemummelt in eine Wolldecke und ein paar Kissen auf meiner Holzliege, den obligatorischen Pott Kaffee auf dem Gartentischchen und dann las ich los. Herrlich!

Gartenbuch mit Motivationsschub-Garantie

Soviel kann ich schon mal vorab sagen, ich hatte viel Spaß beim Lesen. „Bin im Garten“ ist ein Gartenbuch und dann wieder doch nicht, jedenfalls nicht im konservativen Sinn. In diesem Buch erzählt die Autorin von dem Kauf ihres Hauses an der See, von ihren Wünschen und Vorstellungen, die sie an dieses neue Leben stellte und welche zentrale Rolle ihr Garten seitdem in ihrem Leben spielt. Das alles mit einer Leichtigkeit, die ihrem Schreibstil nun einmal innewohnt.

Sicherlich nicht ganz unbeabsichtigt bekommt man aber auch Tipps für den Garten, ganz ungezwungen, gewissermaßen im Vorbeilesen. Für mich waren insbesondere die Erzählungen über den Gemüsegarten inspirierend. Hochbeete eine geniale Idee. Meine sind nicht so groß und schön aber ich habe jetzt Kohlrabi im Garten und Petersilie und die Schweiz … ähm, also Dill. Wenn Ihr den verstehen wollt, müsst Ihr schon das Buch lesen. 

„Einfach machen“ (Meike Winnemuth)

Natürlich funktioniert auch in Meike Winnemuths Garten nicht jeder Plan. Allium-Zwiebeln verschwinden auf mysteriöse Weise, Saatgut geht nicht auf und ganze Sträucher werden umgesiedelt, weil sie an ihrem angestammten Platz nicht richtig zur Wirkung kommen. Try and Error ist in ihrem Garten eine bewährte Methode oder wie Meike Winnemuth es ausdrücken würde „Einfach mal machen“.

Das Buch ist ansteckend und macht Lust aufs Buddeln, Jäten, Umpflanzen und Säen. Es macht locker und animiert einen, mal alles etwas gelassener zu sehen. Ein Garten kann ein Leben verändern und Prioritäten verschieben. Meike Winnemuth hat es erlebt und erzählt auf unterhaltsame und humorvolle Weise, was eine Gartenhacke namens Wiedehopfhaue und ein Bisschen Saatgut mit ihr gemacht haben.Wenn ich es recht bedenke berichtet dieses Buch von einer großen, neuen Liebe. Nun muss ich ganz dringend raus in meinen Garten. Ich habe eine Verabredung mit einer Jungfer im Grünen…

Meike Winnemuth Buch ist im Penguin Verlag erschienen und kostet in der gebundenen Ausgabe 22,00 Euro und ist nach meiner Meinung jeden Cent wert. Wenn Ihr Lust bekommen habt, das Buch zu lesen, dann klickt einfach auf das Icon unter diesem Text.

Dieser Artikel enthält Werbung. Der obenstehende Link ist ein Affiliate-Link zu Amazon. Wenn Ihr Euch entschieden habt, das Buch zu kaufen und den Weg über diesen Link in meinem Blog zu gehen, würde mich das sehr freuen. Euch entstehen dadurch keine Kosten. Ich erhalte dann eine kleine Provision, die ich wieder in die Pflege des Blogs Taufrisch war gestern und die Umsetzung neuer Ideen auf meinem Blog, investieren kann.