Potsdamer Ganoven

Ein Kriminalroman von Hanna C. Bergmann

Ich bin bekennender Krimi-Fan beim Lesen genauso, wie beim Fernsehen schauen. Allerdings kann man mich als Leser nicht ganz so leicht einzufangen, da bin ich als ehemalige Strafrechtlerin wohl vorbelastet. Finde ich logische Brüche im Plot, rechtliche Ungereimtheiten oder menschlich vollkommen abwegige, konstruiert wirkende Beziehungsstrukturen, dann lege ich das Buch zur Seite und schaue nie wieder rein. 

Wenn Ihr da ähnlich kompliziert seid wie ich, habe ich fantastische Nachrichten für Euch. Hanna C. Bergmann ist eine echte Entdeckung für mich. Als ich anfing, die „Potsdamer Ganoven“ zu lesen passierte es. Ich geriet in einen Strudel und tauchte mit dem ersten geschriebenen Wort ein in das Geschehen. Das liegt ganz sicher nicht nur daran, dass frühzeitig ein Mord begangen wurde. 

Denn gleichzeitig gelingt es der Autorin ein sehr präzises Bild von den Lebensumständen in der Weimarer Republik zu zeichnen. Gefühlvoll dringt sie in Familiengefüge ein und zeigt was sich hinter dem schönen Schein verbirgt. Sie zeigt Standesunterschiede auf und beschreibt, wie es Denen ergeht, die diese durchbrechen wollen. Man lernt, dass in dieser Zeit Frauen nicht immer das dürfen, was sie wollen und was vernünftig wäre und begleiten Gisela dabei, wie sie sich einen Weg sucht, heraus aus dieser Enge. Und in mir entsteht beim Lesen Dankbarkeit, Dankbarkeit für meine Urgroß- und Großmütter, die es geschafft haben, mir und meinen Mädchen ein so viel freieres Leben zu ermöglichen.

Was mich fasziniert, sind die historischen Genauigkeiten, angefangen bei der Straßenführung im früheren Berlin und Potsdam, sei es bei den Beschreibungen der Häuser und ihrer Einrichtungen oder aber auch in der Sprache der Protagonisten. Ich habe mich öfter gefragt, ob alle Figuren erfunden waren oder ob es den*die eine*n oder anderen Mitspieler*in real gegeben hatte. Das Kenne ich in dieser Qualität bisher nur aus Klassikern wie Agatha-Christie-Romanen oder von den Kriminalfällen um den französischen Kommissar Jules Maigret. Jedes Detail, dass Hanna C. Bergmann schildert, hätte auch so passiert sein können. 

Liebe Hanna … liebe Karin, das Buch ist der Knaller. Ich hoffe es wird eine Reihe daraus, denn dann könnte ich mich schon auf den nächsten Fall freuen.

Die Autorin

Hanna C. Bergmann heißt eigentlich Karin Joachim. Sie wurde in Bonn-Bad Godesberg geboren und lebt seit über 20 Jahren im Ahrtal. Die studierte Germanistin und Anglistin sowie ehemalige Leiterin eines archäologischen Museums ist heute als freiberufliche Autorin tätig. In ihrer Freizeit ist Karin Joachim mit ihrem Border Terrier unterwegs, mit dem sie die Natur erkundet. Besonders gerne besichtigt sie historische Orte sowie Parks und Gärten im In- und Ausland.

Karin Joachim, alias Hanna C. Bergmann

Interview mit der Autorin

Taufrisch war gestern: Du schreibst Dein Buch „Potsdamer Ganoven“ unter dem Pseudonym Hanna C. Bergmann. Warum nicht unter Deinem schon bekannten Autorennamen?

Mein Verlag wollte damit die verschiedenen Reihen, die unter meinem Autorinnennamen bei ihm erscheinen,  unterscheidbarer machen: Meine Ahr-Krimis sowie meine zeitgeschichtlichen Romane rund um die junge Kölnerin Karolina Offermann, und die Potsdam-Reihe, deren erster Band die „Potsdamer Ganoven“ sind.

Taufrisch war gestern: Wie bist Du auf den Namen Hanna C. Bergmann gekommen?

Die Namenswahl hängt eng mit der Geschichte meiner Familie zusammen. Das C. steht für eine andere Schreibweise von Karin.

Taufrisch war gestern: Was muss eine Idee Dir bieten, damit Du den Wunsch verspürst, ein Buch daraus zu machen?

Die Ideen gehen mir im Moment nicht aus. Ich schreibe sie alle auf und beginne dann zu recherchieren: Gibt es genügend Material, ist es zugänglich? Das sind wichtige Fragen, denn in meine Romane – auch in die Ahr-Krimis – fließen historische Begebenheiten ein. Kann ich zentrale Fragen nicht genau genug beantworten, rühre ich das Thema zunächst gar nicht an. Meine Figuren lege ich so an, dass sie Potential für eine Entwicklung besitzen, aber sich auch mit Konflikten beschäftigen, zum Beispiel einer  Unzufriedenheit mit dem Job, ihrer Rolle als Frau. In den „Potsdamer Ganoven“ gibt es einige dieser Konflikte, was auch der Zeit geschuldet ist, den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Es dominieren darin ganz grundsätzlich die Sorgen der Menschen, aber auch die Hoffnungen auf ein besseres Leben. In den 1920er-Jahren änderte sich außerdem das Leben für die Frauen. Selbstbestimmung, Wahlrecht wurden Themen.

Taufrisch war gestern: Ich habe in letzter Zeit auf Facebook viele Deiner Acrylmalereien bewundert. Beides, das Malen und das Schreiben sind kreative Prozesse. Wo siehst Du den Unterschied zwischen Beiden?

Ich male mit Acryl, weil sich mir damit größere Möglichkeiten ergeben als mit Öl- oder Aquarellfarben, mit denen ich früher gemalt habe. Das Malen ist noch einmal eine andere kreative Ebene als das Schreiben. Aber auch da gibt es beim Bildaufbau zum Beispiel einiges zu beachten: Das Bild muss Spannung enthalten, es muss etwas geben, das die Betrachter ans Bild fesselt,  es gibt darin ruhigere und belebtere Bereiche, manchmal steht ein bestimmtes Motiv im Vordergrund, mal wird eine besondere Stimmung vermittelt. Das sind im Grunde Ähnlichkeiten mit dem Schreiben. Bevor ich schreibe, plotte ich, bevor ich anfange, mit dem in Farbe getauchten Pinsel über die Maloberfläche zu streichen, habe ich mir die Bildkomposition bereits überlegt, die Farbauswahl etc. Das Schöne am Malen: Du siehst das Ergebnis sofort.  

Taufrisch war gestern: Wahrscheinlich hat Corona auch Dein Leben verändert. Ich habe in vielen Gesprächen festgestellt, dass jeder von uns nur einen Bruchteil dieser Krise bewusst wahrnimmt. Welche Aspekte sind für Dich besonders wichtig?

Mein privates Leben ist zum Glück nicht so sehr erschüttert, da ich immer schon viel in der Natur unterwegs bin. Museums-, Theater- und Konzertbesuche fehlen mir dagegen sehr. Auch die kleinen Auszeiten, z.B. eine Reise ans Meer oder in mein geliebtes Potsdam, aber auch die Recherchereisen, die jetzt nicht stattfinden. Beruflich ist es also schwierig für mich als Freiberuflerin, da außerdem die Gelegenheiten entfallen, meine Bücher direkt vorzustellen: Lesereisen, Lesungen, Signierstunden sind nicht möglich.  Da ich meine Lesungen als eigene Programme gestalte, ist das ein ziemlicher Verlust für mich, den auch Webaktivitäten nicht wettmachen können. Im letzten Jahr erschien mein Roman „Großstadtflüstern“. Es war geplant, meine Lesung mit der Live-Musik eines Salon-Ensembles zu kombinieren, das Filmmusik spielt. Passend zum Thema Stummfilm, das meine Romanreihe um Karolina Offermann bestimmt. Es wäre so eine tolle Möglichkeit gewesen, meinen Leserinnen und Lesern einen einzigartigen Abend zu bereiten. Ja, der persönliche Austausch mit meinen Leserinnen und Lesern fehlt mir sehr.

Taufrisch war gestern: Wie möchtest Du leben, wenn Du 80 bist?

Gesund und ansonsten nicht anders als heute. Wenn ich weiter schreiben und malen kann, wäre das das größte Geschenk für mich. Vielleicht dann in einem Häuschen am Meer …

Taufrisch war gestern: Kannst Du gut verzeihen oder gibt es etwas, was für Dich unverzeihlich wäre?

Unverzeihlich ist für mich nur wenig. Ich finde, Menschen haben eine zweite Chance verdient. Aber Unehrlichkeit, Lügen auch grundsätzlich Neid und Missgunst finde ich im Umgang wirklich schwierig.

Taufrisch war gestern: Ich nutze die neue freie Zeit auch dafür, endlich einmal auszumisten. Wie ist das bei Dir? Kannst Du Dich gut von Dingen trennen? Und wenn ja, von welchen?

Ich musste vor einigen Jahren notgedrungen ganz extrem ausmisten, da wir einen schlimmen Wasserschaden hatten. Leider gingen dabei auch ganz besondere Stücke unwiederbringlich verloren, Dinge, an denen mein Herz hing. Seitdem lebe ich mit weniger Gepäck, schaffe mir auch nicht mehr so viel an, lebe insgesamt noch nachhaltiger. Sammle lieber Erinnerungen und Momente.

Taufrisch war gestern: Als Autorin und Künstlerin, gibst Du deinen Lesern viel und machst Dich dadurch auch verletzlich. Gibt es im Gegenzug etwas, was Du dir von deinen Lesern wünscht?

Das ist eine Frage, die mich sehr berührt. Darüber habe ich eigentlich noch gar nicht aktiv nachgedacht, da ich keine Erwartungshaltung an meine Leserinnen und Leser habe. Aber wenn ich so überlege, ja, ich wünsche mir noch mehr Austausch mit ihnen, also gerne auch Fragen an mich oder Berichte, wo sie meine Bücher lesen, ob sie z.B. auf Spurensuche an den Schauplätzen gehen, was sie vielleicht überrascht hat, weil sie es vorher nicht wussten, wo sie meine Bücher entdeckt haben. Ach ja, und gerne dürfen sie auch anderen von meinen Romanen erzählen.  

Taufrisch war gestern: Danke, dass Du mir dieses doch sehr persönliche Interview gegeben hast, liebe Karin. Und wenn Ihr noch Fragen oder Anregungen für Karin habt, dann kontaktiert sie doch über ihre Website, die findet Ihr HIER.


Die Winterkälte hat die ehemalige Garnisonsstadt fest im Griff. Wie an jedem Tag dreht der junge Postbote Theodor Berwalt seine Runde. Am Stadtkanal findet er bei einer Zustellung die Leiche von Alfred Pagel. Kaum hat die Polizei ihre Ermittlungen aufgenommen, gerät Theodor in Verdacht, Pagel ermordet zu haben. Dem Postboten eilt seine Freundin Gisela zu Hilfe, die als Stenotypistin im Polizeipräsidium arbeitet. Gemeinsam begeben sich Theodor und Gisela auf Mörderjagd …

Zeitgeschichtliche Kriminalromane im GMEINER-Verlag

10 Juli 2019
sofort lieferbar

309 Seiten, 12 x 20 cm, PaperbackBuch 13,– € / E-Book 6,99 €*

ISBN 978-3-8392-2461-8

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